
Bereits heute ist das Bundesland Hessen von Warnstreiks betroffen. Als Orte genannt wurden Frankfurt am Main, Wiesbaden, Marburg und Gießen. Am Freitag soll es zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen in Frankfurt, Wiesbaden, Gießen, Marburg, Offenbach und Kassel kommen. In den gleichen Städten außer Offenbach soll auch am Samstag gestreikt werden.
Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sind laut Verdi für Freitag und Samstag rund 30 kommunale Verkehrsunternehmen mit rund 30.000 Beschäftigten zu Warnstreiks aufgerufen. Das betrifft nahezu alle großen Städte von Bonn, Köln, Düsseldorf und Duisburg über Oberhausen, Gelsenkirchen und Dortmund bis nach Hagen und Bielefeld. Die Aachener Verkehrsbetriebe Aseag sind eine der wenigen Ausnahmen in NRW, auf die sich die Tarifverhandlungen nicht beziehen.
Auch in Berlin werden am Freitag und Samstag bei den Berliner Verkehrsbetrieben für 48 Stunden keine Busse, Trams und U-Bahnen fahren. Der von der Deutschen Bahn betriebene S-Bahn- und Regionalverkehr ist nicht betroffen.
Friedenspflicht in Niedersachsen
Im kleinsten Bundesland Bremen kommt der Nahverkehr am Freitag und Samstag ebenfalls zum Erliegen. Alle Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) stehen von Freitagmorgen bis Samstagnacht still. Davon betroffen sind auch Fußballfans, die zum Spiel Werder gegen Hoffenheim kommen wollen. Sie könnten jedoch, wie andere ÖPNV-Nutzer auch, einen Überlandbus nutzen. Die Linien aus den umliegenden Landkreisen fahren auch mehrere Stationen in Bremen an. Denn im benachbarten Niedersachsen gilt eine Friedenspflicht, Busse und Bahnen fahren nach Plan. Auch die Regionalzüge zwischen Bremen und Niedersachsen sollen wie gewohnt fahren.
In Schleswig-Holstein werden am kommenden Freitag Verkehrsbetriebe in den kreisfreien Städten Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg bestreikt. Der Ausstand soll von Dienstbeginn bis Dienstende dauern.
In Sachsen wird der kommunale Nahverkehr in Dresden, Chemnitz, Zwickau und Plauen am Freitag bestreikt. Die Leipziger Verkehrsbetriebe sind für Freitag und Samstag zum Ausstand aufgerufen.
In Sachsen-Anhalt werden die Verkehrsbetriebe in Magdeburg von Donnerstag bis einschließlich Samstag bestreikt. Bei der Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis dauert der Ausstand sogar von Donnerstag bis Sonntag. In Halle soll der ÖPNV von Freitag bis Sonntag ruhen, in Dessau von Freitag bis Samstag.
In Thüringen ruft die Gewerkschaft sowohl für Freitag als auch Samstag zum Ausstand auf. Betroffen sind die EVAG in Erfurt, der Nahverkehr in Jena sowie Regionalbusse in den Saale-Holzland-Kreis und die Verkehrsbetriebe in Nordhausen, Gera und Weimar. Auch Regionalbusse im Unstrut-Hainich-Kreis und im Kyffhäuserkreis, sowie die Stadtbus-Gesellschaft Mühlhausen und Sondershausen sowie die Thüringer Wald- und Straßenbahn in Gotha werden bestreikt.
In Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich acht Unternehmen am Aktionstag der Gewerkschaft: die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim, Nahbus Nordwestmecklenburg, Rebus Regionalbus Rostock, MVVG Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft, VBG Verkehrsbetrieb Greifswald, VVG Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald, VVR Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen sowie NVS in Schwerin. Der Warnstreik startet auch dort jeweils mit Dienstbeginn und dauert bis Dienstende.
In Rheinland-Pfalz beginnt der Warnstreik am Freitag um 4 Uhr früh. Allerdings lassen die Verkehrsgesellschaften KRN-Kommunalverkehr Rhein-Nahe, Mainzer Verkehrsgesellschaft, Stadtwerke Pirmasens sowie die Verkehrsbetriebe in Trier und Kaiserslautern ihn schon nach 24 Stunden enden, damit Fußballfans den ÖPNV am Samstag nutzen können, um zu den Spielen zu gelangen.
In Bayern dürfte der Nahverkehr am Freitag und Samstag vielerorts weitgehend zum Erliegen kommen. Betroffen sind demnach die fünf größten bayerischen Städte München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt, zudem Fürth, Bamberg, Passau, Landshut, Schwabach, Bayreuth, Schweinfurt und Dachau.
Streiklage noch unklar in Hamburg und Baden-Württemberg
Etwas Hoffnung besteht noch für ÖPNV-Nutzerinnen und -Nutzer in Baden-Württemberg. Der dortige Landesbezirk der Gewerkschaft Verdi ließ zunächst offen, ob es auch dort zu neuen Warnstreiks kommt. Man wolle erst die für Donnerstag angesetzte Verhandlungsrunde abwarten, hieß es. Die Arbeitgeber bestimmten mit ihrem Angebot, ob es zu Arbeitsniederlegungen komme oder nicht. Auch in Hamburg ist noch nicht über einen Streik entschieden.
Wie schon in früheren Streiks sind S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalbusse in der Regel nicht betroffen, da sie von anderen Unternehmen betrieben werden. Zudem ist damit zu rechnen, dass in den betroffenen Städten teilweise städtische Buslinien verkehren, die von externen Dienstleistern bedient werden.
Hintergrund der Streiks sind die bundesweit laufenden Tarifverhandlungen für die rund 100.000 Beschäftigten in etwa 150 kommunalen Verkehrsbetrieben. Verdi verhandelt mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden über Manteltarifverträge. Gefordert werden vor allem bessere Arbeitsbedingungen, um die Beschäftigten zu entlasten. Dazu zählen kürzere Wochenarbeitszeiten, Änderungen bei Schichtdiensten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn geht es zudem um höhere Löhne und Gehälter.
Diese Nachricht wurde am 24.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
