Migration
Verdi warnt vor Syrien-Rückführungen in großem Stil

Nach dem Sturz von Diktator al-Assad in Syrien warnt die Gewerkschaft Verdi vor Rückführungen von Syrern aus Deutschland in großem Stil.

    Porträt des Verdi-Vorsitzenden Frank Werneke
    Verdi-Vorsitzende Werneke (picture alliance / dpa / Monika Skolimowska)
    Der Vorsitzende Werneke sagte der Deutschen Presse-Agentur, das wäre gegen die Interessen der Menschen und auch gegen die Interessen der Arbeitswelt in Teilen Deutschlands. Er rate dazu, mit einem kühlen Kopf an die Situation heranzugehen. Viele Syrer seien auf dem Arbeitsmarkt integriert und wichtig für die Wirtschaft. Sie arbeiteten etwa im Versandhandel, im Bereich der Zustellung oder in der Pflege. Viele von ihnen seien auch Verdi-Mitglieder geworden. 
    Der außenpolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, der CDU-Politiker Gahler, sagte im Deutschlandfunk, Druck auf Rückkehrer sei derzeit nicht angezeigt. Zunächst müsse die Lage vor Ort geklärt werden. Andere Vertreter der Union, aber auch der AfD und des BSW hatten zuletzt eine verstärkte Rückkehr und gegebenenfalls Abschiebungen gefordert. Bundeskanzler Scholz äußerte sich dagegen zurückhaltend. Er sagte im ARD-Fernsehen, die Situation in dem Land sei noch sehr gefährlich. Man müsse jetzt zunächst dafür sorgen, dass in Syrien ein sicheres Leben möglich sei
    Diese Nachricht wurde am 11.12.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.