
"Die Entscheidung folgt auf eine umfassende Prüfung der Produktionspolitik der Emirate (VAE) und der aktuellen und zukünftigen Kapazitäten", hieß es. Die Ankündigung folgt rund zwei Monate nach Beginn des Kriegs der USA und Israels mit dem Iran, bei dem die Emirate aus Vergeltung Teherans besonders stark mit Drohnen und Raketen angegriffen wurden. Der Austritt soll zum 1.Mai gelten.
Die faktische Blockade der Straße von Hormus hat die Möglichkeiten für die Emirate, Öl zu exportieren, stark reduziert. Die großen Einnahmen aus dem Ölexport haben dem Land seit den 1960er Jahren zu viel Wohlstand und Macht verholfen.
Die "Störungen" in der Straße von Hormus würden die Lieferungen zwar beeinträchtigen, zugleich deuteten Trends mittel- und langfristig aber auf einen weiterhin steigenden globalen Energiebedarf hin. Man wolle flexibler auf Marktdynamiken reagieren und trotzdem zu dessen Stabilität beitragen.
Hintergrund sind politische Spannungen in der Golfregion im Zusammenhang mit dem Irankrieg. Die Vereinigten Arabischen Emirate warfen ihren Nachbarstaaten vor, sie nicht vor Angriffen des Iran geschützt zu haben. US-Präsident Trump begrüßte die Entscheidung. Er hatte der Opec wiederholt vorgeworfen, die Ölpreise künstlich hochzuhalten. Während die USA die Opec-Mitglieder verteidigten, nutzten diese die Situation durch hohe Preise aus, so war es aus dem Weißen Haus zu hören.
VAE gehörten zur Kerngruppe der OPEC
Die Emirate gehörten bislang zu den größten Ölproduzenten der zwölf Opec-Staaten. Bevor der Krieg im Nahen und Mittleren Osten die Fördermengen einbrechen ließ, wurde in den Emiraten im März noch 3,4 Millionen Barrel Öl pro Tag gepumpt – mehr als 16 Prozent der gesamten Opec-Produktion. Bis 2027 ist eine Produktion von 5 Millionen Barrel angestrebt.
Die Vereinigten Arabischen Emirate gehörten bislang auch zur Kerngruppe der Opec+, einem breiteren Bündnis von Ölförderländern unter der Führung von Saudi-Arabien und Russland, das stabile Preise sichern und Überkapazität im Markt verhindern soll. Auch aus dem Bündnis Opec+ tritt der Golfstaat aus.
Anfang 2019 hatte der regionale Nachbar Katar die Opec bereits verlassen mit der Begründung, als weltweit führender Gasexporteur gebe es keinen Grund mehr für eine Mitgliedschaft.
Diese Nachricht wurde am 28.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
