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Tarifkonflikt
Verhanldungen bei der Bahn gescheitert - Langer Streik droht

Die Eisenbahnergewerkschaft EVG hat die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert erklärt. Die EVG teilte mit, insbesondere die von der Bahn angebotene Laufzeit von 27 Monaten sei deutlich zu lang.

    An der Anzeigetafel eines Bahnhofs wird der Schriftzug "EVG-Streik!" angezeigt.
    Bei der Bahn drohen neue lange Streiks. (Archivbild) (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
    Auch die angebotene Lohnerhöhung bewertete die EVG als zu niedrig und zu spät. Die EVG war mit großen Zielen in die Verhandlungen gegangen: 650 Euro mehr Gehalt pro Monat, bei den oberen Einkommensgruppen plus 12 Prozent bei 12 Monaten Laufzeit sollten es sein. Wie viel am Mittwochabend auf dem Tisch lag, blieb zunächst offen. Deutlich wurde aber im Verlauf des Tages: In der Tarifkommission herrschte schlechte Stimmung wegen des jüngsten Verhandlungsstands.

    Es drohen lange Streiks

    Über das weitere Vorgehen soll nun der Bundesvorstand der EVG heute in Berlin entscheiden. Neben unbefristeten Streiks ist auch ein Schlichtungsverfahren möglich, bei dem eine oder mehrere neutral ausgewählte Personen die Tarifparteien wieder zueinander bringen könnten. Im Tarifstreis des öffentlichen Dienstes wurde so vor einigen Wochen der Weg zur Lösung geebnet.

    Deutsche Bahn reagiert entsetzt auf Abbruch

    Die Deutsche Bahn hat den Abbruch der Tarifverhandlungen scharf kritisiert. "Die Gremien der EVG sind nicht kompromissbereit. Die Leidtragenden sind unsere Mitarbeitenden und die Fahrgäste", erklärte DB-Personalvorstand Seiler. Die EVG werfe einen fast fertigen Abschluss weg und setze kurz vor dem Ziel alles auf Null. Eine Einigung sei zum Greifen nah gewesen, 140 Seiten Tariftext sind bereits fertig. Was jetzt passiert, sei unglaublich.

    Angebot und Forderung weiter auseinander

    Die Deutsche Bahn habe zuletzt einen hohen Festbetrag, 2850 Euro Inflationsausgleichsprämie und weitreichende strukturelle Verbesserungen bei 27 Monaten Laufzeit des Tarifvertrags in Aussicht gestellt, hieß es in der Mitteilung des Konzerns.
    Die EVG verhandelt seit Ende Februar mit Dutzenden Eisenbahn-Unternehmen über höhere Löhne und Gehälter für insgesamt rund 230.000 Beschäftigte. Der Fokus lag dabei auf den Verhandlungen mit der Deutschen Bahn, dort arbeiten gut 180 000 dieser Beschäftigten.
    Zu Beginn der laufenden Woche überraschte die EVG dann mit Abschlüssen bei den Privatbahnen, bei denen Lohnerhöhungen von 420 Euro in mehreren Stufen, eine Laufzeit von meist 21 Monaten und 1000 bis 1400 Euro Inflationsausgleichsprämie im Mittelpunkt stehen.
    Diese Nachricht wurde am 22.06.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.