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StartseiteSport am Wochenende"Versuchskaninchen"17.08.2009

"Versuchskaninchen"

Die Doping-Historie der Sprint-Weltmeisterinnen

1983 in Helsinki gewann Marlies Göhr aus Jena den ersten 100-Meter-Weltmeister-Titel. Ihre Jahresgabe des DDR-Anabolikums Turinabol betrug 1405 mg, doch erwischt wurde sie nie. Ihre 10,81 Sekunden gelten weiterhin als deutscher Rekord über 100 Meter. 1987 in Rom triumphierte die Rostockerin Silke Möller - Sie war schon mit 16 Jahren Mitglied des DDR-Dopingprogramms.

Von Klaus Blume

Moderner Sprintschuh: Die Doping-Historie der Sprint-Weltmeisterinnen beginnt 1993 in Helsinki. (AP)
Moderner Sprintschuh: Die Doping-Historie der Sprint-Weltmeisterinnen beginnt 1993 in Helsinki. (AP)

1988 sprintete bei Olympia in Seoul die Amerikanerin Florence Griffith-Joyner in die Sprint-Historie. Ihre Weltrekorde - 10,47 Sekunden über 100 Meter und 21,34 Sekunden über 200 Meter - werden wohl für immer Bestand haben, sie starb den plötzlichen Herztod, mit nur 38 Jahren.

1991, bei der WM, trumpfte im Trikot der gesamtdeutschen Mannschaft die blonde Neubrandenburgerin Katrin Krabbe auf. 1992 wurde sie wegen Medikamentenmissbrauchs mit dem Kälbermastmittel Clenbuterol gesperrt.

1997 und 1999 schmückte sich die Amerikanerin Marion Jones mit dem Etikett "schnellste Frau der Welt." 2007 gestand sie die Anwendung des Designer-Steroids THG. Mit 31 Jahren musste sie wegen Falschaussage vor Gericht und ins Gefängnis.

2003, bei den Titelkämpfen in Paris, trumpfte Jones-Nachfolgerin Kelli White auf. Nachdem die US-Amerikanerin positiv auf das Aufputschmittel Modanifil getestet worden ist, musste sie ihre über 100 und 200 Meter gewonnenen Goldmedaillen zurückgeben. "Ich war ein Versuchskaninchen",, erzählte die einstige Lebensgefährtin des deutschen Speerwerfers Boris Henry, die sich danach als Kronzeugin für weitverbreiteten Dopingmissbrauch an Aktionen für sauberen Sport beteiligt hat.

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