NATO-Partner
Verteidigungsminister Pistorius reagiert gelassen auf geplanten Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland - CDU-Außenpolitiker Hardt kritisiert Regierung in Washington

Bundesverteidigungsminister Pistorius hat angesichts der Ankündigung der US-Regierung, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen, die gemeinsamen Ziele beider Staaten betont.

    Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius spricht und gestikuliert in seinem Ministerium.
    Bundesverteidigungsminister Pistorius (SPD) bei der Vorstellung eines militärischen Gesamtkonzepts (Archivbild). (picture alliance/dts-Agentur/dts Nachrichtenagentur GmbH)
    Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland sei in unserem Interesse und im Interesse der USA, sagte Pistorius in Berlin. Zugleich machte der SPD-Politiker deutlich, dass die Entscheidung nicht unerwartet komme. Dass Washington Truppen aus Europa und auch aus Deutschland abziehen würde, sei absehbar gewesen.
    US-Verteidigungsminister Hegseth hatte zuvor die Verlegung von 5.000 Soldaten aus Deutschland angeordnet. Der Abzug soll dem Pentagon zufolge in den nächsten sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein. Aktuell sind rund 86.000 US-Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39.000 in Deutschland. Beobachter werten die jüngste Entscheidung auch als Reaktion von US-Präsident Trump auf die Haltung der Bundesregierung zum Iran-Krieg.
    Der CDU-Politiker und außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hardt, sagte im Deutschlandfunk, damit werde das gemeinsame Abschreckungsnarrativ, dass man als NATO-Parter in Europa zusammenstehe, ein Stück weit unterminiert.Perspektivisch müssten amerikanische Truppen durch europäische ersetzt werden, er glaube jedoch, dass die Entscheidung von US-Präsident Trump innenpolitisch motiviert sei. Man bediene sich der Legende, alles Böse, was Amerika widerfahre, komme von außen. Das Land schade sich damit selbst.
    Diese Nachricht wurde am 02.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.