Geheimnisverrat
Verteidigungsministerium suspendiert Offizier

Das Verteidigungsministerium hat nach einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" einen Bundeswehr-Offizier wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat suspendiert.Der Fregattenkapitän soll demnach ein Dokument mit mehr als 150 geplanten Rüstungsprojekten an eine Lobbyistin weitergegeben haben.

    Das Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, hier das Eingangsgebäude des Bendlerblocks am Landwehrkanal bei Nacht.
    Das Bundesverteidigungsministerium (picture alliance / ZB)
    Das Nachrichtenportal "Politico" hatte die Liste bereits im September veröffentlicht.Im Ministerium begannen daraufhin interne Ermittlungen, weil sensible militärische Planungen öffentlich und damit auch langfristige Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr offengelegt wurden.

    Quellenschutz und Sicherheitsinteressen

    Da "Politico" die interne Liste ins Internet stellte, konnten die Fahnder dem Bericht zufolge schnell eingrenzen, wer zuletzt mit dieser Version des Dokuments gearbeitet hat. Damit wirft der Vorgang auch Fragen zum Umgang mit Informanten auf. "Politico" erklärte auf Anfrage des "Spiegel", man habe strikte Regeln, um Quellen zu schützen.
    Der mutmaßliche Geheimnisverrat wurde laut dem Magazin als so schwerwiegend bewertet, dass das Ministerium Anzeige erstattete. In der Folge wurde auch die Durchsuchung privater Geräte des Offiziers angeordnet, um Beweise zu sichern. Der Offizier habe die Weitergabe der Liste eingestanden und sich reumütig gezeigt, heißt es in dem Bericht weiter. Im Falle einer Verurteilung wegen Geheimnisverrats droht ihm eine Haftstrafe.
    Diese Nachricht wurde am 26.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.