Leichtathletik
Verweigerte Dopingprobe: NADA ermittelt gegen deutschen Rekord-Sprinter Ansah

Die Nationale Anti Doping Agentur hat gegen den deutschen 100-m-Rekordhalter Owen Ansah ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen eingeleitet. Konkret wird dem Athleten das Verweigern einer Dopingkontrolle vorgeworfen.

    Owen Ansah liegt vor einer Anzeigetafel, die seine Zeit 9,98 Sekunden im 100-Meter-Sprint zeigt. Er lächelt in Richtung Kamera.
    Owen Ansah nach seinem 100-Meter-Sprint am 6. Juni 2026. (picture alliance / Eibner-Pressefoto / Stefan Mayer)
    Der 25 Jahre alte Leichtathlet werde aber nicht vorläufig suspendiert, weil dies in den Regularien im vorliegenden Fall nicht zwingend geboten sei, heißt es in einer Mitteilung. Die Bekanntmachung erfolgt nur eine Woche vor den deutschen Meisterschaften in Bochum. Weitere Einzelheiten nannte die NADA nicht; auch eine Stellungnahme von Ansah selbst lag zunächst nicht vor.
    Ansah war vor zwei Jahren in Braunschweig in 9,99 Sekunden als erster deutscher Sprinter unter der Marke von zehn Sekunden geblieben. Am 6. Juni dieses Jahres schließlich steigerte der in Mannheim trainierende Athlet die Bestmarke auf 9,98 Sekunden. Bei der EM ab dem 10. August im britischen Birmingham hätte Ansah nicht nur im Einzelrennen Medaillenchancen, sondern auch mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel.
    In der europäischen Jahresbestenliste belegt der für den Hamburger SV startende Ansah derzeit den zweiten Platz hinter Tokio-Olympiasieger Marcell Jacobs (Italien/9,96).
    Diese Nachricht wurde am 17.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.