Israel
Video gefangener Aktivisten löst international Empörung aus

Ein vom israelischen Polizeiminister Ben-Gvir verbreitetes Video, das ihn unter knienden und gefesselten Aktivisten der Gaza-Hilfslotte zeigt, hat Empörung ausgelöst.

    Drei Boote der Global Sumud Flotte startet in Sizilien zu Hilfslieferungen nach Gaza
    Global Sumud Flotte startet in Sizilien zu Hilfslieferungen nach Gaza (picture alliance / Anadolu / Baris Seckin)
    Der italienische Außenminister Tajani erklärte, der Ausschnitt mit der Überschrift "Willkommen in Israel" sei inakzeptabel und verstoße gegen - Zitat - jeden elementaren Schutz der Menschenwürde. Er bestellte wie auch sein französischer Kollege Barrot den israelischen Botschafter ein. Der deutsche Botschafter in Israel, Seibert, bezeichnete den Vorgang als inakzeptabel.
    Auch aus der israelischen Politik kam Unverständnis. Außenminister Saar nannte das Video einen beschämenden Auftritt, der dem Staat schade. Regierungschef Netanjahu schrieb, Ben-Gvirs Umgang mit den Aktivisten entspreche nicht den Werten und Normen Israels. Gleichzeitig betonte er, dass Israel ein Recht darauf habe, Schiffe am Erreichen des Gazastreifens zu hindern. Die israelische Marine hatte zuvor rund 400 Aktivisten der internationalen Gaza-Hilfsflotte in den israelischen Hafen von Aschdod gebracht. Dort sollten sie sich nach Angaben des Außenministeriums mit ihren konsularischen Vertretern treffen.
    Diese Nachricht wurde am 20.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.