Sturmtief "Elli"
Viel Neuschnee in Baden-Württemberg - Deutsche Bahn lässt Fernverkehr in Norddeutschland doch länger ruhen

Die Folgen des Wintersturms "Elli" sind in weiten Teilen Deutschlands zu spüren. Im Fernverkehr der Deutschen Bahn kommt es vor allem in Norddeutschland weiterhin zu erheblichen Einschränkungen.

    Eingeschneite Fahrräder stehen an einer Hauswand.
    Der Wintersturm "Elli" hat teils große Schneemengen gebracht - hier ein Foto aus Niedersachsen. (picture alliance / dpa / Lars Penning)
    Die Konzernzentrale kündigte an, die meisten Fernverbindungen im Norden nun doch bis Sonntag ruhen zu lassen. Ursprünglich sollten ab Samstagmittag einige Verbindungen wieder gefahren werden. Jedoch brach bereits einer der ersten ICE-Züge vom Ruhrgebiet nach Berlin schon in Bielefeld die Fahrt ab.
    Verbindungen über Hannover sowie weitere Strecken, etwa von Hamburg nach Kopenhagen und von Berlin nach Rostock, sollen nun erst am Sonntag wieder starten. Lediglich auf der Verbindung von Hamburg über Bremen nach Osnabrück und Nordrhein-Westfalen wurde der Betrieb ab Samstagmittag wieder aufgenommen. Auch der Regionalverkehr nahm vielerorts Teilstrecken wieder in Betrieb.

    Räumdienste in vielen Städte im Einsatz

    Auch der Straßenverkehr ist von den Folgen des Wintersturms betroffen. In vielen Städten ist die Stadtreinigung im Großeinsatz - in Hamburg zeitweise mit 360 Fahrzeugen. In Niedersachsen und Bremen sind viele Land- und Kreisstraßen wegen Schneeverwehungen oder Glätte noch gesperrt. Vor allem am Freitag hatte es viele, zum Teil auch schwere Unfälle gegeben. In Bayern geriet ein 27-jähriger Autofahrer auf einer Landstraße ins Schleudern und prallte mit seinem Wagen in ein entgegenkommendes Auto. Er und ein 18-jähriger Beifahrer starben.
    In der Nacht von Freitag auf Samstag blieb es nach Angaben der Polizei dagegen vergleichsweise ruhig. Es habe zwar einige Unfälle gegeben, die meisten davon seien aber glimpflich ausgegangen. Im Nordschwarzwald stürzte ein Schneepflug einen Abhang hinunter. Dabei wurden die beiden Insassen verletzt.

    Nach dem Schnee droht Glatteis

    Statt im Norden soll es nun in der Mitte und im Süden Deutschlands schneien – mit einem besonderen Schwerpunkt im Schwarzwald und im Allgäu. Dort sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in der Nacht von Samstag auf Sonntag 20 bis 30, in den Hochlagen des Schwarzwalds sogar bis zu 50 Zentimeter Neuschnee möglich.
    Ab der Nacht zu Montag kann es dann zuerst im Westen Deutschlands glatt werden. Eine Warmfront lasse den Schneefall in Regen übergehen, der auf den kalten Böden gefriere und zu Glatteis führe, warnt der Wetterdienst. Im Laufe des Montags breite sich der gefrierende Regen auf weite Teile des Landes aus.

    Winterchaos nicht nur in Deutschland

    Auch im Ausland führt das winterliche Wetter zu Ausnahmezuständen: In Frankreich waren Hunderttausende Haushalte zeitweise ohne Strom und es wurde vorsorglich ein Atomkraftwerk abgeschaltet. In Russland gab es zahlreiche Flugausfälle, vor allem in Moskau. In Großbritannien wurde im äußersten Südwesten ein Mann tot aufgefunden – ein Baum war auf seinen Wohnwagen gefallen.

    Zwei Bundesliga-Begegnungen fallen aus

    In der Fußball-Bundesliga wurden die Begegnungen St. Pauli gegen Leipzig und Bremen gegen Hoffenheim wegen des Winterwetters abgesagt.
    Diese Nachricht wurde am 10.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.