Deutschlandfunk-Interview
Viele Badetote: DLRG fordert mehr Maßnahmen für den Erhalt von Schwimmbädern

Angesichts der hohen Zahl von Badetoten fordert die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft mehr Maßnahmen gegen Schwimmbad-Schließungen. Man brauche eine neue Idee, wie Bäder geführt werden könnten, sagte DLRG-Präsidentin Vogt dem Deutschlandfunk. Vor allem im ländlichen Raum gebe es eine Unterversorgung.

    Ein Fahne der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft weht am Tegeler See in Berlin an einer Badestelle.
    Laut DLRG lernen weniger Menschen schwimmen (Archivbild). (dpa / Sebastian Gollnow)
    Vogt schlug vor, dass sich mehrere Kommunen zusammenschließen, um gemeinsame Schwimmzentren zu finanzieren. Alleine in Nordrhein-Westfalen sind in den letzten 25 Jahren 40 Prozent der Schwimmbäder meist wegen Sanierungsstau oder Personalmangels geschlossen worden. Der DLRG zufolge lernen immer weniger Menschen schwimmen.

    Weniger Menschen können schwimmen

    Im vergangenen Monat sind mindestens 99 Menschen in deutschen Gewässern ertrunken. Fehlende Schwimmfähigkeiten und Überschätzung gehören laut DLRG zu den Hauptursachen. Mehr als 90 Prozent der Todesopfer waren männlich. Vogt sprach auch von Gruppenzwang. Manche Menschen würden nicht zugeben wollen, nicht schwimmen zu können, und brächten sich daher in Gefahr.
    Die DLRG-Präsidentin warnte auch davor, Seen und Flüsse zu unterschätzen. Strömungen seien oft nicht sichtbar, auch könnten im Uferbereich warme Seen im tieferen Wasser deutlich kälter werden. Dadurch drohten Kreislaufprobleme oder Krämpfe.
    Hier gibt es weitere Warnhinweise der DLRG.
    Diese Nachricht wurde am 12.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.