
Laut dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sind sie de facto reicher, als sie sich fühlen. Die inflationsbedingten Einkommenseinbußen der vergangenen Jahre seien im Durchschnitt längst wieder wettgemacht worden, durch Tarif- und Rentenerhöhungen, mehr Mindestlohn und nachlassende Inflation. Dennoch hätten knapp 60 Prozent der Befragten angegeben, sich weniger leisten zu können als vor dem Inflationsschock infolge der Corona-Krise und des russischen Überfalls auf die Ukraine. Die Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen und der gemessenen Entwicklung bremst laut den Forschern den privaten Konsum. Menschen mit Sorgen um die künftigen Lebenshaltungskosten planten deutlich häufiger, ihre Ausgaben zu reduzieren.
Im Bereich Freizeit und Kultur wollten 68 Prozent weniger ausgeben, bei Reisen 67 Prozent. Die Verunsicherung belaste zudem die politische Stimmung, heißt es. 80 Prozent derjenigen, die ihre Kaufkraft als geschmälert empfanden, zeigten sich unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung.
Diese Nachricht wurde am 08.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
