Bundesbeauftragter Grötsch
Viele Polizeidienststellen sind in "erbarmungswürdigem Zustand"

Die Einsatzbedingungen der Bundespolizei sind teils mangelhaft.

    Ulrich Peter Grötsch, Polizeibeauftragter des Bundes, stellt beim Deutschen Bundestag den Jahresbericht vor.
    Ulrich Peter Grötsch, Polizeibeauftragter des Bundes (picture alliance/ABBfoto/Frederik Kern)
    Marode Gebäude, fehlendes Gerät und hohes Arbeitsaufkommen belasten die Beamten laut dem Jahresbericht des Bundespolizeibeauftragten Grötsch. Viele Dienststellen seien in - Zitat - "erbarmungswürdigem Zustand", sagte der SPD-Politiker. Als Beispiel verwies er auf ungeeignete Aufenthaltscontainer und fehlende Trinkwasserversorgung. An vielen Grenzkontrollstellen stünden immer noch Dixi-Toiletten. Die Strukturen seien an vielen Stellen offensichtlich nicht geeignet, um dem Bedarf an Renovierungen, Generalsanierungen und Neubauten nachzukommen. Zugleich wurden dem Bericht zufolge zahlreiche Beschwerden von Polizisten und Bürgern registriert. Die Eingaben drehten sich um Beschwerden wegen sexueller Belästigung durch Kollegen und Vorgesetzte, um Diskriminierung und Racial Profiling, also Kontrollen nur aufgrund äußerer Merkmale wie Hautfarbe oder Sprache, vor allem an Flughäfen oder in Zügen und Bahnhöfen.
    Grötsch ist seit 2024 der erste Polizeibeauftragte des Bundes. Er soll als unabhängige Stelle außerhalb der Behörden Hinweisen auf mögliches Fehlverhalten und strukturelle Missstände bei der Polizei nachgehen.
    Diese Nachricht wurde am 08.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.