Kunstgeschichte
Viele Werke aus Michelangelo-Nachlass wohl doch nicht verbrannt

Vom weltberühmten Renaissance-Maler Michelangelo existieren möglicherweise mehr Werke als bislang angenommen. Eine Forscherin hat eine spektakuläre Entdeckung gemacht.

    "Die Erschaffung Adams" Gemälde von Michelangelo. Im Ausschnitt: Die Hand Gottes und Hand Adams berühren sich mit den Zeigefingerspitzen. Deckenfresko im Vatikan in Rom in der Sixtinischen Kapelle.
    "Die Erschaffung Adams" ist sicherlich eines der berühmtesten Gemälde von Michelangelo. (picture alliance / akg-images)
    Wie die Tageszeitung "Messaggero" berichtete, hat die italienische Privatgelehrte Valentina Salerno bei ihren Nachforschungen in Archiven herausgefunden, dass Michelangelo einen Teil seines künstlerischen Nachlasses offenbar verstecken ließ. Demnach wies er kurz vor seinem Tod im Jahr 1564 seine engsten Schüler an, Hunderte von Skizzen, Wachsabdrücken und Entwürfen an einem geheimen Ort zu verstecken. Von dort gelangten sie später über unterschiedlichste Kanäle zu ihren heutigen Besitzern. Bislang war angenommen worden, dass er die Werke verbrannt hat.
    Eine mutmaßlich aus diesem Fundus stammende Fuß-Skizze Michelangelos war vor zwei Wochen in London bei Christie`s für umgerechnet 23 Millionen Euro versteigert worden. Bislang sollen etwa 20 dieser Kunstwerke identifiziert worden sein. Nun wird nach den übrigen versteckten Werken gesucht. Der Vatikan hat dem Bericht zufolge bereits im Frühjahr 2025 ein wissenschaftliches Komitee zu dem Thema einberufen, dem Fachleute aus mehreren Ländern angehören.
    Diese Nachricht wurde am 23.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.