Das traditionsreiche Gelblabel fördert die beiden nach allen Regeln der Kunst und sorgt dafür, dass sie auch über den engeren Kreis der Klassik-Liebhaber hinaus bekannt werden. So sah man Lang Lang beispielsweise im letzten Herbst als prominenten Wettpaten bei der Samstagabend-Fernsehshow "Wetten dass", und Yundi Li geriet mit seiner ersten Chopin-CD in die Top 10 der taiwanesischen Popcharts, was bei einem Konzert in Hongkong zu einer regelrechten Massenhysterie mit Drängeleien und kreischenden Mädchen führte. Beiden Ausnahmepianisten ist zu wünschen, dass ihr Stern nicht allzu schnell untergeht und ihre Kunst im weltweiten Medien-Durchlauferhitzer nicht zu früh verdampft. Während Lang Lang in seinen Konzerten auch vor kräftigen Showeffekten nicht zurückschreckt, erweist sich Yundi Li vielleicht auf Dauer als der Nachdenklichere, Bedächtigere. Er übt pro Tag nicht mehr als 5 Stunden, will keine Maschine werden und hat auch nicht vor, mehr als eine CD pro Jahr einzuspielen. Das waren zunächst reine Solowerke, Hochvirtuoses von Chopin und Liszt. Jetzt kommt die erste CD mit Orchester heraus, wieder Chopin und Liszt, von beiden jeweils das 1. Klavierkonzert. Hier Yundi Li mit seinem ersten Einsatz beim Chopin-Konzert.
" Musikbeispiel: Frédéric Chopin - 1. Satz (Ausschnitt) aus: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-moll "
Yundi Li hat mit 7 mit dem Klavierspielen angefangen. Er lernte es bei verschiedenen Lehrern in seinem Heimatland, später auch in den USA und in Deutschland. Der internationale Durchbruch gelang ihm im Jahre 2000 in Warschau. Yundi Li schaffte es, als einer der jüngsten Preisträger in der Geschichte des internationalen Chopin-Wettbewerbs die Jury von seiner Musikalität und seiner kraftvollen und energischen Spieltechnik zu überzeugen. Er erhielt den 1. Preis - der war 15 Jahre lang nicht mehr vergeben worden. Damit stand er plötzlich in der Tradition berühmter Vorgänger wie Maurizio Pollini oder Martha Argerich und hatte quasi über Nacht seinen Platz in der internationalen Klavierwelt eingenommen. Die 25.000 Dollar Preisgeld investierte er in einen eigenen Flügel.
" Musikbeispiel: Frédéric Chopin - 1. Satz (Ausschnitt) aus: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-moll "
Es ist verblüffend, mit welcher Selbstverständlichkeit sich Yundi Li das europäische Repertoire aus der Hochzeit der gefeierten Virtuosen angeeignet hat. In Shenzhen, wo er aufwuchs, war diese Musik nicht sehr populär, auch wenn sich China damals langsam zu öffnen begann. Seine Eltern mochten eigentlich lieber chinesische Volksmusik, unterstützten ihn aber frühzeitig bei seiner Beschäftigung mit klassischer Musik. Die empfanden seine Spielkameraden als exotisch. Aber Yundi Li liebte diese Musik und wollte als Virtuose Erfolg haben. Im Mittelpunkt strenger Erziehung in der chinesischen Einkindfamilie steht Ehrgeiz, das Gefühl, erfolgreich sein zu müssen, besser zu sein als andere. Dies mag der Antrieb sein für fleißigstes Üben, für die Aneignung einer stupenden Spieltechnik. Warum es den jungen chinesischen Virtuosen dazu noch so gut gelingt, den Gehalt der Musik zu verstehen, sich in sie hineinzudenken und den berühmten Funken zum Publikum überspringen zu lassen - die Frage bleibt dennoch offen.
" Musikbeispiel: Frédéric Chopin - 2. Satz (Ausschnitt) aus: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-moll "
Yundi Li verehrt Chopin als einen der größten Komponisten. Bewundert die Innigkeit seiner Musik, die Poesie, aber auch die Leidenschaft. Symphatisch dürfte ihm sein, dass Chopin auch erst 19 Jahre alt war, als er dieses 1. Klavierkonzert komponierte. Also noch einer, der Tiefe der Empfindung schon in jungen Jahren musikalisch darstellen konnte. Aber Yundi Li ruht sich nicht auf seinen frühen Lorbeeren aus: auch nach dem 1. Preis beim Chopin-Wettbewerb hat er noch weiter studiert, in Hannover, bei dem aus Israel stammenden Arie Vardi. Er will lernen und nochmals lernen. Sein Repertoire nach und nach vergrößern. In Richtung Mozart und Beethoven, aber auch Rachmaninow. Und Yundi Li träumt von schnellen Autos. Da beruft er sich auf Karajan. Allerdings gilt sein Führerschein nur in China. So wird er also bei uns nur auf den Tasten flitzen.
" Musikbeispiel: Frédéric Chopin - 3. Satz (Ausschnitt) aus: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-moll "
Die Neue Platte - heute mit dem 1. Klavierkonzert e-moll, op. 11, von Frédéric Chopin. Es spielte Yundi Li, begleitet wurde er vom Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Andrew Davis. Im Studio verabschiedet sich Ludwig Rink.
Titel: Yundi Li - Chopin Liszt
Solist: Yundi Li, Klavier
Orchester: Philharmonia Orchestra
Leitung: Andrew Davis
Label: Deutsche Grammophon
Labelcode: LC 0173
Bestellnr.: 477 6402
" Musikbeispiel: Frédéric Chopin - 1. Satz (Ausschnitt) aus: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-moll "
Yundi Li hat mit 7 mit dem Klavierspielen angefangen. Er lernte es bei verschiedenen Lehrern in seinem Heimatland, später auch in den USA und in Deutschland. Der internationale Durchbruch gelang ihm im Jahre 2000 in Warschau. Yundi Li schaffte es, als einer der jüngsten Preisträger in der Geschichte des internationalen Chopin-Wettbewerbs die Jury von seiner Musikalität und seiner kraftvollen und energischen Spieltechnik zu überzeugen. Er erhielt den 1. Preis - der war 15 Jahre lang nicht mehr vergeben worden. Damit stand er plötzlich in der Tradition berühmter Vorgänger wie Maurizio Pollini oder Martha Argerich und hatte quasi über Nacht seinen Platz in der internationalen Klavierwelt eingenommen. Die 25.000 Dollar Preisgeld investierte er in einen eigenen Flügel.
" Musikbeispiel: Frédéric Chopin - 1. Satz (Ausschnitt) aus: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-moll "
Es ist verblüffend, mit welcher Selbstverständlichkeit sich Yundi Li das europäische Repertoire aus der Hochzeit der gefeierten Virtuosen angeeignet hat. In Shenzhen, wo er aufwuchs, war diese Musik nicht sehr populär, auch wenn sich China damals langsam zu öffnen begann. Seine Eltern mochten eigentlich lieber chinesische Volksmusik, unterstützten ihn aber frühzeitig bei seiner Beschäftigung mit klassischer Musik. Die empfanden seine Spielkameraden als exotisch. Aber Yundi Li liebte diese Musik und wollte als Virtuose Erfolg haben. Im Mittelpunkt strenger Erziehung in der chinesischen Einkindfamilie steht Ehrgeiz, das Gefühl, erfolgreich sein zu müssen, besser zu sein als andere. Dies mag der Antrieb sein für fleißigstes Üben, für die Aneignung einer stupenden Spieltechnik. Warum es den jungen chinesischen Virtuosen dazu noch so gut gelingt, den Gehalt der Musik zu verstehen, sich in sie hineinzudenken und den berühmten Funken zum Publikum überspringen zu lassen - die Frage bleibt dennoch offen.
" Musikbeispiel: Frédéric Chopin - 2. Satz (Ausschnitt) aus: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-moll "
Yundi Li verehrt Chopin als einen der größten Komponisten. Bewundert die Innigkeit seiner Musik, die Poesie, aber auch die Leidenschaft. Symphatisch dürfte ihm sein, dass Chopin auch erst 19 Jahre alt war, als er dieses 1. Klavierkonzert komponierte. Also noch einer, der Tiefe der Empfindung schon in jungen Jahren musikalisch darstellen konnte. Aber Yundi Li ruht sich nicht auf seinen frühen Lorbeeren aus: auch nach dem 1. Preis beim Chopin-Wettbewerb hat er noch weiter studiert, in Hannover, bei dem aus Israel stammenden Arie Vardi. Er will lernen und nochmals lernen. Sein Repertoire nach und nach vergrößern. In Richtung Mozart und Beethoven, aber auch Rachmaninow. Und Yundi Li träumt von schnellen Autos. Da beruft er sich auf Karajan. Allerdings gilt sein Führerschein nur in China. So wird er also bei uns nur auf den Tasten flitzen.
" Musikbeispiel: Frédéric Chopin - 3. Satz (Ausschnitt) aus: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-moll "
Die Neue Platte - heute mit dem 1. Klavierkonzert e-moll, op. 11, von Frédéric Chopin. Es spielte Yundi Li, begleitet wurde er vom Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Andrew Davis. Im Studio verabschiedet sich Ludwig Rink.
Titel: Yundi Li - Chopin Liszt
Solist: Yundi Li, Klavier
Orchester: Philharmonia Orchestra
Leitung: Andrew Davis
Label: Deutsche Grammophon
Labelcode: LC 0173
Bestellnr.: 477 6402