
Aus Deutschland und europäischen Nachbarländern seien ihm keine neuen Totfundmeldungen mehr bekannt. "Wir gehen jetzt davon aus, dass die Kraniche das erst einmal überstanden haben." Ähnlich äußerte sich eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts bei Greifswald. Eine derartige Welle verliere Dynamik, wenn in einer Population schon viele Tiere infiziert worden seien. Unter den positiven Laborbefunden von Wildvögeln in Deutschland befinden sich laut der Sprecherin nur noch wenige Kraniche.
In diesem Herbst hat die Vogelgrippe erstmals auf dem westeuropäischen Zugweg nachweislich für massenhafte Infektionen bei Kranichen gesorgt. Auf der Route fliegen etwa 400.000 Tiere aus Skandinavien, dem Baltikum und Mitteleuropa mit Zwischenstopps in Deutschland in ihre Winterquartiere in Frankreich und Spanien. Davon seien schätzungsweise etwa zehn Prozent der jüngsten Infektionswelle zum Opfer gefallen, sagte Nowald. Die Krankheit habe sich auch auf das Zugverhalten ausgewirkt. Teils seien Tiere sogar umgekehrt. Nowald zufolge warnten sich die Kraniche mithilfe von optischen und akustischen Signalen gegenseitig davor, in Gebieten mit toten oder infizierten Tieren zu landen.
Diese Nachricht wurde am 29.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
