Sonntag, 29. Mai 2022

Archiv

Volker Quaschning vs. Holger Lösch
Rettet Corona das Klima?

Die Coronakrise hat die schlimmste Rezession seit langem hervorgebracht, doch immerhin ist der CO2-Ausstoß deutlich gesunken. Das weckt neue Hoffnungen für den Klimaschutz. Während die einen auf Technik setzen, wollen andere ein drastisches Umsteuern, auch im Verhalten der Menschen.

Moderation: Georg Ehring | 06.06.2020

"Lachende" Sonnenblumen stehen auf einem Feld. Durch ihre sonnenähnliche Blütenform verbreiten Sonnenblumen beim Menschen stets gute Laune und sind als Dekoration sehr beliebt.
Einige Auswirkungen der Coronakrise machen Hoffnung, dass das Klima doch noch geschützt werden kann (Andreas Lander / dpa-Zentralbild)
Mehr als eine kleine Atempause für das Klima bringt die Coronakrise nicht. Professor Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin beschäftigt sich vor allem mit dem Umbau der Energieversorgung. Holger Lösch sieht als stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie auch die Wirtschaft in der Pflicht, nach Corona umzusteuern.
Volker Quaschnigg: Es geht auch anders als bisher
Der Wissenschaftler Volker Quaschning von der HTW Berlin engagiert sich auch bei den "Scientists for Future" für den Klimaschutz. Er sieht neue Verhaltensmuster, die Menschen in der Krise angenommen haben: Videokonferenzen statt Flugreisen oder mehr Radverkehr. Davon werde einiges dauerhaft erhalten bleiben.
"Wir haben eine Chance, dass wir einfach sehen: Es geht anders, aber wir müssen jetzt gucken, dass wir diese Chance auch nutzen und wir haben jetzt gerade bei dem Konjunkturpaket auch wieder alte Stimmen gesehen für die Förderung von Diesel und Benzinautos, die einfach wieder versuchen, das Rad rückwärts zu drehen. Wenn wir jetzt den Neustart machen und die Uhr noch mal fünf Jahre zurückstellen, dann haben wir überhaupt keine Chance mehr, irgendwelche Klimaschutzziele einzuhalten."
Holger Lösch: "Brauchen sehr viele zusätzliche Investitionen"
Holger Lösch vom BDI sieht auch die Wirtschaft in der Pflicht, nach Corona umzusteuern. Die Rahmenbedingungen müssten allerdings stimmen und das Tempo sei nicht beliebig zu steigern.
"Wir wünschen uns manchmal ein bisschen ein Verständnis dafür, dass man nicht einfach einen Schalter umlegen kann, sondern am Ende des Tages brauchen wir sehr, sehr viele zusätzliche Investitionen, um auf diesen Pfaden voranzukommen und da hakt es momentan an vielen Stellen. Aber ich bin eigentlich zuversichtlich."
Coronavirus
Übersicht zum Thema Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)