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Vollkommenheit gegen Unvollkommenheit

Als erster bedeutender Astronom schloss sich Johannes Kepler den Lehren des Nicolaus Copernicus an. Dieser hatte das geozentrische Weltbild angezweifelt und behauptet: nicht die Sonne kreist um die Erde, sondern die Erde um die Sonne. Mit seiner ersten größeren Veröffentlichung "Mysterium Cosmographicum" unterstützte Johannes Kepler mit Begeisterung die Vorstellungen des Copernicus.

Sven Carlsson |
    Der dänische Astronom Tycho Brahe hatte umfassende Daten von seinen Planetenbeobachtungen gesammelt. Nach seinem Tod befasste sich sein Nachfolger als "Kaiserlicher Mathematiker" Johannes Kepler mit diesen Daten. Kepler war Mathematiker und versuchte, mit Hilfe dieser Wissenschaft die Planetenbewegungen um die Sonne zu erklären. Zum geozentrischen Weltbild gehörte auch die Vorstellung der Antike, dass nur der Kreis die perfekte geometrische Form hat. Alle Punkte des Kreises sind von seinem Mittelpunkt gleich weit entfernt. Erst als er die Vorstellung von den "vollkommenen" Kreisbahnen anzweifelte, kam er voran.

    Kepler erkannte, die Erde und die anderen bis dahin bekannten Planeten laufen auf "unvollkommenen" elliptischen Bahnen um die Sonne. Dabei steht die Sonne in einem der beiden Brennpunkte dieser Ellipsen. Daraus folgt: die Abstände der Planeten zur Sonne verändern sich. Unsere Erde durchlief heute Morgen ihren sonnennächsten Punkt - das Perihel. Sie ist der Sonne jetzt um 5 Millionen Kilometer näher als im Juli, wenn sie ihren sonnenfernsten Punkt durchläuft.