Internationale Konferenz zur Zukunft der Kernenergie
Von der Leyen: Abkehr von Atomkraft war "strategischer Fehler"

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat die Abkehr von der Atomkraft als einen strategischen Fehler bezeichnet. Europa hätte einer bezahlbaren Quelle für emissionsarmen Strom nicht den Rücken kehren sollen, sagte von der Leyen beim zweiten internationalen Gipfel zur Kernenergie in Boulogne-Billancourt bei Paris.

    Der französische Präsident Macron (links), und Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation, Grossi, begrüßen die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen (Mitte), beim IAEA-Gipfeltreffen zur Kernenergie in Paris.
    IAEA-Gipfeltreffen zur Kernenergie in Paris (picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Abdul Saboor)
    Man erlebe weltweit eine Renaissance der Kernenergie. Daran wolle die EU teilhaben. Aus diesem Grund erarbeite die Kommission eine neue Strategie für kleine modulare Reaktoren. Diese Technologie solle bis Anfang der 2030er-Jahre einsatzbereit sein und neben den herkömmlichen Kernreaktoren eine Schlüsselrolle bei der Energieversorgung spielen. Zudem würde das Risiko privater Investoren künftig seitens der EU mit bis zu 200 Millionen Euro abgesichert werden, erklärte von der Leyen.
    Der Gastgeber der Konferenz, Frankreichs Präsident Macron, plädierte in diesem Zusammenhang für eine bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Man benötige einen Markt für den freien Verkehr von kohlenstofffreier Elektrizität. Dabei sei es egal, ob der Strom mit Wind-, Solar- oder mit Atomenergie erzeugt werde.
    Diese Nachricht wurde am 10.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.