"Realität Rechnung tragen"
Von der Leyen: Internationale Lage erfordert Neuausrichtung der EU-Außenpolitik

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen fordert angesichts der internationalen Lage einen Kurswechsel in der europäischen Außenpolitik. Man werde zwar die regelbasierte Ordnung verteidigen und bewahren, sagte von der Leyen bei einem Treffen von EU-Botschaftern in Brüssel. Aber man könne sich nicht mehr darauf verlassen, dass sie der einzige Weg sei, die eigenen Interessen zu verteidigen.

    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (AFP / SIMON WOHLFAHRT)
    Von der Leyen sprach sich dafür aus, eine stärker interessengeleitete Außenpolitik zu verfolgen. Die EU müsse widerstandsfähiger, souveräner und leistungsfähiger werden – von der Verteidigung über die Energieversorgung bis hin zu strategischen Technologien. Von der Leyen machte zudem deutlich, dass aus ihrer Sicht die Verfahren zur Entscheidungsfindung reformiert werden müssen.
    Zur Debatte über die Rechtmäßigkeit des von den USA und Israel begonnenen Iran-Kriegs meinte die Kommissionspräsidentin, diese gehe teilweise am Thema vorbei. Europa müsse der Realität Rechnung tragen und die Welt so sehen, wie sie heute sei.

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    Diese Nachricht wurde am 09.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.