Klimawandel
Von wegen "Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus": Vorstellung vom Ausschlagen der Bäume laut Deutschem Wetterdienst nicht mehr zeitgemäß

Die verbreitete Vorstellung, dass Bäume im Mai ausschlagen, ist nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes "nicht mehr zeitgemäß". Die phänologische Uhr zeige aufgrund der Klimaerwärmung über die Jahre einen immer früheren Blattaustrieb, sagte DWD-Expertin Anja Engels dem Evangelischen Pressedienst.

    Junge Triebe an einem mit Flechten übersäten Zweig eines Weissdorns im Frühling
    Durch den Klimawandel schlagen die Bäume immer früher aus. (picture alliance / Christine Koenig / Christine Koenig)
    Engels koordiniert bei der Bundesanstalt in Offenbach die Phänologie, die bundesweit Daten zur Pflanzenentwicklung dokumentiert. Als Beispiel verwies sie auf die Rotbuche. In den 1990er Jahren reichte deren Blattentfaltung noch an den Mai heran, mittlerweile liege sie in der ersten Aprilwoche. Wobei die Entwicklung regional Unterschiede zeige: im Norden später, im Süden und vor allem im wärmeren Rheingraben früher.
    Vom Ausschlagen wird gesprochen, wenn sich im Frühjahr die ersten frischen Blätter, Triebe und Knospen entfalten. Wissenschaftler weisen schon länger auf die Auswirkungen der Erderwärmung auf die Vegetationsperiode hin.
    Diese Nachricht wurde am 17.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.