Samstag, 24. Februar 2024

Vorwürfe
Vorab über Hamas-Terror informiert? Journalistenverband fordert Aufklärung zu Nahost-Bildjournalisten

Der Deutsche Journalistenverband hat nach den Vorwürfen gegen freie Journalisten in Nahost Aufklärung gefordert. Der Bundesvorsitzende Beuster sprach von „unglaublichen Vorwürfen von immenser Tragweite“.

10.11.2023
    Innnenraum eines Hauses, Einschusslöcher an den Wänden, leere, zerwühlte Betten. Die Zerstörung, die die Hamas beim Eindringen in einen Kibbuz am 7.Oktober nahe der Grenze zwischen Israel und Gaza im Süden Israels angerichtet haben. 20. Oktober, 2023. P
    Das Haus in einem Kibbuz in Israel nach dem Überfall der Hamas vom 7.Oktober. Es gibt Vorwürfe, einige Bildjournalisten hätten vorab von dem Überfall gewusst. (imago / abacapress / Middle East Images / Dima Vazinovich)
    Nach Informationen der Nichtregierungsorganisation "Honest Reporting" könnten mehrere freie Bildjournalisten vorab über den Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober informiert gewesen sein. Sie seien verdächtig schnell zur Stelle gewesen und hätten Gräueltaten fotografiert. Die betreffenden Journalistinnen und Journalisten sollen demnach unter anderem für CNN, AP und Reuters arbeiten. Der DJV-Bundesvorsitzende Beuster sagte, Journalisten seien unabhängige Berichterstatter und nicht Kriegsteilnehmer. Um der Glaubwürdigkeit des Journalismus willen hoffe er inständig, dass an den Vorwürfen nichts dran sei.
    Israels Regierungschef Netanjahu hat den Journalisten unterdessen vorgeworfen, Komplizen bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewesen zu sein. Ihr Handeln habe gegen die Berufsethik verstoßen. Netanjahus Büro schrieb bei X (früher Twitter), die Medien seien schriftlich aufgefordert worden, das aufzuklären und umgehend Maßnahmen zu ergreifen.

    Medienhäuser beenden Zusammenarbeit mit Fotografen

    Erste Stellungnahmen der Medien gibt es bereits. Die Nachrichtenagentur AP schrieb zu den Vorwürfen, man habe keine Kenntnis von den Angriffen am 7. Oktober gehabt, bevor dies passiert seien. Die Zusammenarbeit mit einem Fotografen, den "Honest Reporting" genannt habe, sei beendet worden. Auch die israelische Nachrichtenseite "ynet" teilte CNN mit, angesichts des Berichts habe der Sender seine Zusammenarbeit mit einem der genannten Fotografen beendet.
    Die Nachrichtenagentur Reuters weist kategorisch zurück, vorab von der Attacke gewusst oder die Hamas am 7. Oktober dabei begleitet zu haben. Auch die "New York Times" dementiert dies als "unwahr und ungeheuerlich" zurück. Es sei rücksichtlos, solche Vorwürfe zu machen, und bringe die Journalisten der New York Times in Israel und Gaza in Gefahr.