
Gemeinsam mit der Kabinengewerkschaft Ufo hatten die Piloten den Betrieb der Airlines Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline in dieser Woche für fünf Tage lahmgelegt. Auch der Ferienflieger Eurowings wurde an zwei Tagen bestreikt. Der Konzern reagierte gestern mit der sofortigen Schließung des Flugbetriebs bei der Cityline. Begründet wurde der Einschnitt zudem mit hohen Kerosinkosten bei der veralteten Flotte des Regionalfliegers.
Gestern wurden allein am Drehkreuz Frankfurt erneut rund 650 von 1.300 geplanten Starts und Landungen annulliert, wie der Betreiber Fraport berichtet.
Mehrere Tarifkonflikte bei der Fluggesellschaft
Im Lufthansa-Konzern profilieren sich mit Ufo, Vereinigung Cockpit und Verdi drei Gewerkschaften um die Ausgestaltung der Tarifverträge für die unterschiedlichen Berufsgruppen. Lufthansa-Chef Spohr kritisierte zuletzt, dass die komplexen Tarifstrukturen zum Teil noch aus den Zeiten stammen, in denen Lufthansa eine Staatsairline war.
Mitte April scheiterte eine Schlichtung zwischen Geschäfsführung und der Pilotenvereinigung Cockpit. Ende März hatte eine Mehrheit der Mitglieder der Flugbegleitergewerkschaft UFO bei Urabstimmungen für Streiks votiert.
Forderungen sind komplex
Je nach Berufsgruppe und Laufzeit unterscheiden sich die tariflichen Ziele der Gewerkschaften: Bei den Lufthansa- und Cargo-Piloten geht es um höhere Beiträge des Arbeitgebers zu den Betriebsrenten, während bei der Cityline um höhere Gehälter gestritten wird. Die Kabinengewerkschaft Ufo will hier für ihre Klientel einen Sozialtarifvertrag erstreiten, weil die Airline im kommenden Jahr geschlossen wird. Für die weit größere Gruppe der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei der Lufthansa geht es um die Rahmenbedingungen ihrer Jobs, etwa in Fragen von Dienstplänen, Einsatz- und Ruhezeiten oder garantierten freien Tagen.
Diese Nachricht wurde am 18.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
