Freitag, 04.12.2020
 
Seit 06:35 Uhr Morgenandacht
StartseiteKultur heuteVorlesen fördert und wirkt langfristig01.11.2011

Vorlesen fördert und wirkt langfristig

"Stiftung Lesen" hat das Vorleseverhalten in Deutschland untersucht

Die Stiftung Lesen hat in Berlin eine große Studie zum Thema Vorlesen vorgestellt, welche die langfristige Wirkung des Vorlesens für die Entwicklung von Kindern untersucht. Herausgekommen ist: Durch Vorlesen werde die Lust am Lesen geweckt. Wem oft vorgelesen wurde, der lese öfter selber und auch länger.

Jürgen König im Gespräch mit Beatrix Novy

Teenager lesen in Büchern. (Andrea Steinbrecher/Stiftung Lesen)
Teenager lesen in Büchern. (Andrea Steinbrecher/Stiftung Lesen)

Es verdirbt den Charakter, produziert Stubenhocker, entführt und verführt in Phantasiewelten, machen realitätsuntauglich und zu faul zum richtigen Lernen und Arbeiten. Das waren so ungefähr die Argumente gegen das Bücherlesen, als es sich um 1800 zu einer gefährlichen Epidemie ausbreitete.

Das sieht man heute anders, heute ist die Zahl der Seiten, die der Sprössling stolzer Eltern wegliest, Partythema, heute gilt das Fernsehen als geisttötend und da ist was dran. Zwar kann die Zahl der überflüssigen Bücher mit denen der blödsinnigen Sendungen mithalten. Aber das Lesen an und für sich wird gebraucht. Für alles, auch für die neue Welt von Internet und E-Book. Das dringt vor allem seit Pisa immer mehr durch, das hat auch das ansehen der Stiftung Lesen ziemlich angehoben.

Es sei die erste wissenschaftliche Studie gewesen, welche die langfristige Wirkung des Vorlesens für die Entwicklung von Kindern untersucht habe, so Jürgen König. Herausgekommen sei dabei, dass das Vorlesen langfristig die Lust am Lesen weckt. Noch bei jungen Erwachsenen sei die Bedeutung des Vorlesens erkennbar, auch messbar. "Wem oft vorgelesen wurde, der liest dann auch selber öfter und auch länger. Durch das Vorlesen steigert sich die Lesekompetenz der Kinder, auch was den Umgang mit elektronischen Medien angeht", erklärt Jürgen König.

Das gesamte Interview können Sie mindestens bis zum 01.April 2012 in unserem Audio-on-Demand-Player hören.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk