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StartseiteWirtschaft am MittagTempolimit ab Werk05.03.2019

Vorstoß von VolvoTempolimit ab Werk

Die Autobranche entdeckt die Langsamkeit: Beim Genfer Automobilsalon ist der Vorstoß von Volvo, die Geschwindigkeit auf 180 Kilometer pro Stunde zu begrenzen, ein großes Thema. Ein weiteres: Immer mehr Hersteller setzen auf Elektromobilität.

Von Thomas Wagner

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Ein Hybrid-Modell von Volvo in einer Werkshalle (imago / belga)
Volvo setzt künftig auf Autos, die höchstens 180 Kilometer pro Stunde fahren - das Echo darauf ist gemischt (imago / belga)
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180 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit für Neufahrzeuge - er habe schon bessere Vorschläge gehört als den aus Schweden, lässt Bernhard Mattes, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie VDA; auf dem Autosalon in Genf wissen. Zwar kommentiere er grundsätzliche keine Ideen einzelner Marken, aber:

"Wir halten von einem Tempolimit nichts. Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Tempolimit sowohl bei der Sicherheit, als auch beim Verbrauch als auch beim CO2 nicht der große Beitrag ist."

180 Stundenkilompeter Spitzengeschwindigkeit für Neufahrzeuge - er habe in jüngster Zeit kaum einen besseren Vorschlag eines Autoherstellers gehört als den aus Schweden, meint dagegen Professor Ferdinand Dudenhöffer, Autmobilexperte vom "Car Center Automotive Research" der Universität Duisburg-Essen, ebenfalls auf dem Genfer Autosalon:

"Ich glaube, das ist zukunftsorientiert. Kein Mensch braucht auf deutschen Autobahnen Fahrzeuge, die mit 250 dem Vordermann auf die Stoßstange drauffahren."

So kontrovers die Ankündigung von Volvo, Neufahrzeuge zukünftig auf eine Spitzengeschwindigkeit von 180 Stundenkilometern zu begrenzen, in Genf auch diskutiert werden mag - im Vordergrund steht ein ganz anderes Thema:

Elektromobilität im Fokus

Präsentation am Messestand von Audi, der in diesem Jahr so gestaltet ist wie auf keiner Automesse jemals zuvor. Dies ist die erste Automesse in der Geschichte unserer Marke, auf der wir ausschließlich elektrisch betriebene Autos zeigen, so der neue Audi-Vorstandschef Bram Schot. So ganz vollständig elektrisch geht's ein paar hundert Meter weiter bei Mercedes zwar noch nicht zu. Doch auch dort steht die e-Mobilität im Vordergrund - und Neuentwicklungen beim Plug-In-Hybrid, bei denen Verbrennungsmotoren mit e-Motoren kombiniert werden: Die Reichweite im rein elektrischen Betrieb habe man von 50 auf nunmehr 100 Kilometer fast verdoppeln können, so Daimler-Vorstand Olla Källenius, der im Mai Vorstandschef Dieter Zetsche ablösen wird:

"Unter der Woche, also montags bis freitags, liegen die Strecken der meisten Fahrten bei unter 50 Kilometer. Da kann man man rein elektrisch und damit emissionsfrei fahren. "

Emotionale Produkte mit E-Mobilität 

Und beim längeren Ausflug am Wochenende schalte sich dann der Verbrennungsmotor zu - für Källenius ein tragfähiges Zukunftsszenario. Ob teil- oder vollelektrisch - plötzlich ist sie wieder da, die e-Mobilität auf einer großen Automesse.

"Die Masse gibt den echten Startschuss für die Elektroautos. Das heißt: Grüne Mobilität für morgen." So Automobilfachmann Ferdinand Dudenhöffer. Er führt dafür drei Gründe an:

"Der erste Grund ist China. Ohne Elektromobilität ist man in China verloren, der wichtigste Markt der Welt. Der zweite Grund ist Elon Musk mit dem Tesla, der gezeigt hat, wie's funktioniert und dass man emotionale Produkte bauen kann. Und der dritte Punkt ist die EU-Kommission, die mit ihren CO2 Vorgaben es den Autobauern nicht mehr möglich gemacht haben in Europa, ohne Elektromobilität auszukommen."

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