Österreich
Vorwürfe gegen Grünen-Spitzenkandidatin Lena Schilling

In Österreich wird der Europa-Wahlkampf derzeit von Vorwürfen gegen die Spitzenkandidatin der Grünen, Schilling, überschattet.

11.05.2024
    Porträt von Lena Schilling.
    Lena Schilling, Grünen-EU-Spitzenkandidatin in Österreich. (APA / dpa / Robert Jaeger)
    Einem Medienbericht zufolge soll sie Unwahrheiten über Personen aus ihrem privaten Umfeld verbreitet haben. Die Zeitung Der Standard zitierte unter anderem eine Unterlassungserklärung, wonach sie bestimmte Äußerungen über die Beziehungsprobleme einer Freundin nicht mehr machen dürfe. Sie soll fälschlich behauptet haben, dass eine ihrer Freundinnen von ihrem Ehemann verprügelt werde und dadurch eine Fehlgeburt erlitten habe. Außerdem soll sie Gerüchte über Affären gestreut haben. Das Blatt rechtfertigt die Recherche mit öffentlichem Interesse. Denn - so die These - wenn Schilling ein ambivalentes Verhältnis zur Wahrheit habe, werde das wohl auch ihre Arbeit beeinflussen, wenn sie ins EU-Parlament gewählt wird.  

    Kogler spricht von "Schmutz-Kampagne"

    Österreichs Grünen-Chef und Vizekanzler, Kogler, wertete die Veröffentlichung als Schmutz-Kampagne. Offenbar sei die Kandidatur einer sehr jungen Frau manchen ein Dorn im Auge. Schilling selbst erklärte, der "Standard" stütze sich auf Gerüchte und Behauptungen, die auf ihren persönlichen Bereich zielten. Diese hätten überhaupt nichts mit ihrer Politik zu tun. Sie werde sich davon nicht aus dem Konzept bringen lassen, betonte die 23-Jährige. Sie hoffe, es sei akzeptabel, dass ihr Privatleben noch privat sei. 
    Schilling gilt als bekannteste Klimaaktivistin Österreichs und hat als Spitzenkandidatin der Grünen beste Chancen, am 9. Juni ins Europaparlament gewählt zu werden.
    Diese Nachricht wurde am 09.05.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.