Wolfsburg
VW-Chef Blume: "Etwa die Hälfte" der Stellenstreichungen in Deutschland

Der Volkswagen-Konzern will die Hälfte von möglicherweise rund 50.000 zu streichenden Stellen in Deutschland abbauen. Das sagte der Vorstandsvorsitzende Blume auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. Der Vorstand werde so weit wie möglich auf freiwillige Personalinstrumente setzen.

    Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, spricht vor Journalisten.
    Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG (Johannes Neudecker/dpa)
    Blume nannte etwa Renteneintritte, einvernehmliche Vereinbarungen, natürliche Fluktuation und eine restriktive Einstellungspolitik. Auch solle die Altersteilzeit für weitere Jahrgänge geöffnet werden. Die konkreten Schritte würden mit den Arbeitnehmervertretern beraten.
    Blume sagte weiter, Ziel sei es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen. Für Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm ist das nach Blumes Worten bisher nicht gelungen. Das heiße aber nicht, dass Werksschließungen bereits beschlossen seien. Sie seien immer die letzte und teuerste Lösung.

    Cavallo sieht Vertrauen beschädigt

    Betriebsratschefin Cavallo kritisierte Blume nach dessen Ansprache. Das Vertrauen sei beschädigt, sagte sie laut Teilnehmerkreisen. Mit einem Vorstandsvorsitzenden, der seinen Leuten nicht sage, was Sache sei, lasse sich nicht arbeiten. Teilnehmern zufolge reagierten die mehr als 10.000 VW-Mitarbeiter in und vor der Halle mit Pfiffen.

    Weitere Betriebsversammlungen geplant

    In den kommenden Tagen sind weitere Betriebsversammlungen an acht VW-Standorten geplant. Niedersachsens Ministerpräsident Lies appellierte an die Konzernleitung, Verantwortung für die Belegschaft zu übernehmen und Werksschließungen zu vermeiden. Bei den Mitarbeitern herrsche eine unglaubliche Verunsicherung, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk . Viele Familien sorgten sich um ihre Zukunft.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Konzernchef Blume: Werksschließungen wären letzte und teuerste Lösung
    Diese Nachricht wurde am 25.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.