Autobranche
VW in Brasilien zu Strafe wegen sklavenähnlicher Arbeit in den 70er und 80er Jahren verurteilt

Der Volkswagen-Konzern ist in Brasilien wegen sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen in den 70er- und 80er-Jahren zu Schadensersatz verurteilt worden. Ein Arbeitsgericht entschied, dass die brasilianische Tochtergesellschaft umgerechnet rund 26 Millionen Euro zahlen muss.

    Männern auf Pferden treiben eine Gruppe von Rindern. Auf einem Zaun ist ein VW-Logo.
    Eine Rinderfarm von VW in Brasilien: Arbeiter sollen wie Sklaven behandelt worden sein. (picture alliance / Wolfgang Weihs / Wolfgang Weihs)
    Außerdem soll das Unternehmen seine Verantwortung anerkennen und sich öffentlich entschuldigen. Dem Urteil zufolge waren damals Hunderte Arbeiter auf einer von VW betriebenen Farm entwürdigenden Arbeitsbedingungen, Schuldknechtschaft und bewaffneter Überwachung ausgesetzt.
    Volkswagen kündigte an, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen. Dem Urteil waren gescheiterte Vergleichsverhandlungen vorausgegangen.
    Die Vorwürfe richten sich gegen eine Tochtergesellschaft des brasilianischen VW-Zweigs. Während der Zeit der Militärdiktatur in Brasilien 1964-1985 hätten Mitarbeiter des Unternehmens Arbeiter verfolgt und angeschossen, wenn sie fliehen wollten, berichtet ein Mann, der damals für die geplante Rinderfarm beim Roden des Regenwaldes half.
    Volkswagen habe direkt von der illegalen Ausbeutung der Arbeitskräfte profitiert, erklärte der Richter. VW betrieb die Rinderfarm bis 1986, ein Jahr nachdem die Militärdiktatur endete.

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    Diese Nachricht wurde am 31.08.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.