Nahost
Wadephul sieht aktuell keinen Anlass für Sanktionen gegen Israel - Amnesty fordert Konsequenzen aus Gewalt im Westjordanland

Bundesaußenminister Wadephul sieht aktuell keinen Anlass für weitere Sanktionen gegen Israel oder einzelne Minister der israelischen Regierung. Gegenwärtig sei die Bundesregierung der Auffassung, dass ihre Stimme in Israel gehört werde, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner ungarischen Amtskollegin Anita Orbán in Berlin.

    Johann Wadephul (r, CDU), Außenminister, empfängt seine ungarische Amtskollegin Anita Orbán, Außenministerin von Ungarn, im Auswärtigen Amt in Berlin. Beide schütteln sich die Hände und schauen lächelnd id die Kameras.
    Johann Wadephul (CDU), Außenminister, empfängt seine ungarische Amtskollegin Anita Orbán, Außenministerin von Ungarn, im Auswärtigen Amt in Berlin (picture alliance/dpa/Elisa Schu)
    Andere Maßnahmen seien derzeit nicht geboten. Kommenden Montag treffen sich die EU-Außenminister.
    Zuvor hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die Bundesregierung angesichts der antipalästinensischen Gewalt im Westjordanland zu Maßnahmen gegen Israel aufgerufen. Generalsekretärin Duchrow forderte, dass Deutschland seinen Widerstand gegen eine Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel aufgibt.
    Ein neuer Amnesty-Bericht wirft Israel die Vertreibung palästinensischer Beduinen im besetzten Westjordanland vor und spricht von "ethnischen Säuberungen". Ziel sei es, Pläne zur formellen Annexion zu beschleunigen.
    Diese Nachricht wurde am 10.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.