Konflikt um Grönland
Wadephul sieht derzeit keine Chance für Handelsabkommen mit den USA - Europäer wollen Trumps Zolldrohung gemeinsam kontern

Bundesaußenminister Wadephul rechnet vorerst nicht mit der Unterzeichnung des EU-Handelsabkommens mit den USA.

    Johann Wadephul bei einem Pressestatement.
    Bundesaußenminister Johann Wadephul (Archivbild). (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
    Auf die US-Drohung mit Sonderzöllen müsse es eine europäische Antwort geben, sagte der CDU-Politiker im ARD-Fernsehen. Die Entscheidung über das vor Monaten ausgehandelte Zollabkommen mit den USA liege zwar beim Europaparlament, er glaube aber nicht, dass die Vereinbarung in dieser Situation noch möglich sei.
    US-Präsident Trump hatte im Streit über seine Ansprüche auf Grönland Sonderzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische NATO-Partner angekündigt. Die betroffenen Staaten kündigten eine koordinierte Reaktion an. In einer gemeinsamen Erklärung warnen sie vor dem Risiko einer Eskalation. Man sei entschlossen, die eigene Souveränität zu wahren.
    Am Nachmittag wurden die ständigen Vertreter der 27 EU-Länder in Brüssel zusammengerufen. Gelegenheit zum Krisengespräch könnte ein EU-Sondergipfel, aber auch das Weltwirtschaftsforum in Davos sein. Trump wird dort am Mittwoch erwartet, ebenso wie Bundeskanzler Merz.
    Diese Nachricht wurde am 18.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.