
Zunächst war unklar, ob der frühere Luftwaffen-General Radew auf Koalitionspartner angewiesen sein wird. Die Forschungsgruppe Trend ging davon aus, dass insgesamt sechs Parteien die Vier-Prozent-Hürde überspringen könnten.
Radew, der als Staatsoberhaupt als russlandfreundlich galt und sich für einen Dialog mit Moskau einsetzte, war als Favorit in die bereits achte Parlamentswahl innerhalb von fünf Jahren gegangen. Er hat versprochen, im Falle seines Wahlsiegs die Korruption zu bekämpfen.
Das konservative Mitte-rechts-Bündnis GERB-SDS des ehemaligen Regierungschefs Borissow lag den Angaben zufolge mit rund 16 Prozent abgeschlagen auf dem zweiten Platz. GERB-SDS unterstützt die Ukraine und die Politik Brüssels. Dahinter folgte den Nachwahlbefragungen zufolge das proeuropäische liberale Bündnis PP-DB, das rund 14 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte.
Rund 6,5 Millionen Bulgarinnen und Bulgaren waren zur Wahl aufgerufen. Diese sollte der jahrelangen politischen Instabilität im Land ein Ende bereiten. Die letzte, von GERB-SDS geführte Regierung trat im Dezember zurück, nachdem es Massenproteste gegen Korruption gegeben hatte.
Diese Nachricht wurde am 20.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
