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Wahl in Bulgarien: Mitte-Links-Bündnis von Ex-Präsident Radew laut Prognose stärkste Kraft

Bei der Parlamentswahl in Bulgarien zeichnet sich ein klarer Sieg des Mitte-Links-Bündnisses des Ex-Präsidenten Radew ab. Wie aus Wählerbefragungen von drei Meinungsforschungsinstituten hervorgeht, könnte das Bündnis Progressives Bulgarien auf mehr als 38 Prozent der Stimmen kommen.

    Der ehemalige bulgarische Präsident Rumen Radew spricht zu Journalisten, nachdem er seine Stimme in einem Wahllokal während der vorgezogenen Parlamentswahlen abgegeben hat.
    Rumen Radew (AP / dpa / Valentina Petrova)
    Zunächst war unklar, ob der frühere Luftwaffen-General Radew auf Koalitionspartner angewiesen sein wird. Die Forschungsgruppe Trend ging davon aus, dass insgesamt sechs Parteien die Vier-Prozent-Hürde überspringen könnten.
    Radew, der als Staatsoberhaupt als russlandfreundlich galt und sich für einen Dialog mit Moskau einsetzte, war als Favorit in die bereits achte Parlamentswahl innerhalb von fünf Jahren gegangen. Er hat versprochen, im Falle seines Wahlsiegs die Korruption zu bekämpfen.
    Das konservative Mitte-rechts-Bündnis GERB-SDS des ehemaligen Regierungschefs Borissow lag den Angaben zufolge mit rund 16 Prozent abgeschlagen auf dem zweiten Platz. GERB-SDS unterstützt die Ukraine und die Politik Brüssels. Dahinter folgte den Nachwahlbefragungen zufolge das proeuropäische liberale Bündnis PP-DB, das rund 14 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. 
    Rund 6,5 Millionen Bulgarinnen und Bulgaren waren zur Wahl aufgerufen. Diese sollte der jahrelangen politischen Instabilität im Land ein Ende bereiten. Die letzte, von GERB-SDS geführte Regierung trat im Dezember zurück, nachdem es Massenproteste gegen Korruption gegeben hatte.
    Diese Nachricht wurde am 19.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.