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Wahlen in BolivienMorales triumphiert

Evo Morales feiert seine dritte Amtszeit als bolivianischer Präsident. (AFP/Cris Bouroncle)
Evo Morales feiert seine dritte Amtszeit als bolivianischer Präsident. (AFP/Cris Bouroncle)

Die endgültigen Zahlen stehen noch nicht fest, doch die vorläufigen lassen keine Zweifel aufkommen: Evo Morales wird auch in den kommenden Jahren Bolivien regieren. Seine dritte Amtszeit hat er einem Gerichtsentscheid zu verdanken.

Nachwahlbefragungen sehen den Kandidaten der linken Bewegung zum Sozialismus (MAS) bei 60 Prozent der Stimmen, wie die staatliche Nachrichtenagentur ABI meldete. Sein ärgster Herausforderer, der Zement- und Schnellimbiss-Magnat Samuel Doria Medina, kam demnach auf 25,3 Prozent. Dieser räumte bereits seine Niederlage ein und versprach, auch weiterhin auf bessere Verhältnisse in Bolivien hinarbeiten zu wollen.

Seine Wiederwahl widmete Morales "allen Völkern der Erde, die gegen den Imperialismus kämpfen", erklärte er vor seinen jubelnden Anhängern in der Hauptstadt La Paz. Der Erfolg sei ein "ein Triumph der Antikolonialisten und Antiimperialisten". Die Opposition rief er zur Zusammenarbeit auf.

Nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen holte Morales in acht der neun Bundesstaaten Boliviens den Sieg, darunter in der einstigen Oppositionshochburg Santa Cruz. Dort erreichte er demnach 51 Prozent. Zur Wahl standen am Sonntag alle Sitze im 130 Mitglieder starken Unterhaus und im 36 Mitglieder umfassenden Senat; hier erreichte die MAS offenbar auch die angestrebte Zwei-Drittel-Mehrheit.

Nach Gerichtsentscheid zur dritten Amtzeit

Morales war erstmals 2006 gewählt worden. Derzeit sind eigentlich nur zwei fünfjährige Amtszeiten als Präsident möglich. Ein Gericht urteilte jedoch vergangenes Jahr, dass Morales für eine weitere Periode kandidieren könne, da seine erste vor einer Verfassungsänderung stattgefunden habe. Nun darf er bis 2020 regieren.

Der erste indigene Staatschef Boliviens ist unter seinen Landsleuten äußerst populär. Er kann wirtschaftliche Erfolge aufweisen, den Rohstoffreichtum des Landes leitet er in Subventionen für Schulkinder und Pensionen für die älteren Bürger um.

Wahlberechtigt waren knapp 6,3 Millionen Bolivianer, 270.000 von ihnen durften erstmals auch im Ausland abstimmen. Die Wahlen verliefen nach Angaben der Wahlbehörden ohne größere Zwischenfälle. 

(bor/swe)

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