Buckelwal in der Nordsee
Wal-Aktivistin spricht von Lebenszeichen - Umweltminister Backhaus verärgert

Von dem in der Nordsee freigesetzten Buckelwal soll es Vitalzeichen geben. Nach Angaben einer der Initiatorinnen der Rettungsaktion funktioniert der an dem Wal befestigte Peilsender nur eingeschränkt. Vitalwerte des Tiers etwa zur Atmung nach Tauchgängen seien jedoch auch 24 Stunden nach dem Verlassen des Lastkahns weiter übermittelt worden.

    Der Blas eines Wales, bei dem es sich vermutlich um den in einer flachen Ostsee-Bucht an der Insel Poel geborgene Buckelwal handelt, ist im Meer bei Skagen zu sehen.
    Der Blas eines Wales, bei dem es sich vermutlich um den geborgenen Buckelwal handelt - von dem Wal soll es Lebenszeichen geben (NEWS5 / dpa / Sebastian Peters)
    Karin Walter-Mommert sagte der Nachrichtenagentur AFP, ihr lägen aber keine aktuellen Standortdaten vor. Signale vom Samstagnachmittag deuteten jedoch darauf hin, dass das Tier zu dem Zeitpunkt in die richtige Richtung geschwommen sei. 

    Backhaus wegen fehlender Daten verärgert

    Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus reagierte wegen der fehlenden Peilsenderdaten verärgert. Dem Livestream-Anbieter News5 sagte er, es sei vereinbart gewesen, dass die Daten an das Umweltministerium übermittelt werden. Das sei nicht geschehen. Im Übrigen sei auch vereinbart worden, dass ein Videosystem auf dem Transportschiff installiert wird, damit Tierärzte den Wal weiter beobachten können - "auch das ist nicht erfolgt", so Backhaus. Zuvor hatte der Umweltminister das Projekt unterstützt.
    Der Wal war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden und strandete mehrmals in Flachwasserzonen. In einer von einer privaten Initiative geplanten Aktion wurde er mit einem Transportkahn in die Nordsee gebracht. Am Samstagmorgen gab es Bilder von dem leeren Transportkahn. Ein Video zeigt zudem einen Wal in der Nordsee, bei dem es sich um das transportierte Tier handeln soll. An der Aktion hatte es viel Kritik gegeben.

    Walforscher: Keine Daten wären eine Katastrophe

    Als gerettet gilt der Wal nach dem Freisetzen nicht. Nach der langen Liegezeit sei fraglich, ob der Wal noch normal schwimmen und tauchen könne, erklärte der Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter. Auch die Frage nach der Nahrungsaufnahme stelle sich wegen der in seinem Maul gefundenen Netzteile. Der Wal sei allen Anzeichen nach alles andere als fit. "Wenn sich bewahrheitet, dass der Peilsender keine Daten liefert, wäre das eine Katastrophe, auch für das 'Rettungsteam''', betonte Ritter.
    Diese Nachricht wurde am 04.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.