
Frankreichs Innenminister Nuñez teilte mit, die Brände in den Regionen Gironde und Landes hätten zur Evakuierung von knapp 200.000 Menschen geführt. Zuvor hatte er bereits erklärt, das Land habe noch nie zuvor Brände in diesem Ausmaß erlebt. Die Zeitung "Le Monde" veröffentlicht in ihrem Liveblog eine aktuelle Karte der Brände. Bislang verbrannten in Frankreich seit Anfang des Jahres fast 100.000 Hektar, also etwa 1.000 Quadratkilometer. Laut dem Innenminister handelt es sich um einen neuen Höchstwert.
Einsatz von Soldaten und Militärmaschine A400M
Präsident Macron forderte die Streitkräfte auf, sich zu mobilisieren und den Zivilschutz "mit maximaler Verstärkung" zu unterstützen. Regierungschef Lecornu erklärte, insgesamt 1.000 Militärangehörige würden eingesetzt, um gegen die Flammen zu kämpfen. Diese haben in dem Gebiet bereits eine Fläche von 22.000 Hektar verwüstet. Inzwischen teilte Lecornu mit, dass auch ein Militärflugzeug vom Typ Airbus A400M eingesetzt wird, um in der Region Gironde beim Kampf gegen die Flammen zu helfen. Die Maschine wird mit einer Abwurfeinrichtung ausgerüstet, die 20 Tonnen Löschmittel ausbringen kann.
Tausende Menschen in Messehallen
In Bordeaux ordneten die Behörden die Evakuierung von drei westlichen Vororten und weiteren Orten in der Umgebung der Stadt an. Betroffen ist auch der Flughafen. Eine Evakuierung der Stadt steht nach Angaben der BüreIn Bordeaux suchten zahlreiche Menschen Zuflucht in den Hallen des "Parc des Expositions", die auch für Messen und andere Veranstaltungen genutzt werden. Der Sender France Info berichtet von tausenden Gestrandeten aller Altersklassen, die auf Feldbetten sitzen oder liegen. Es gebe lange Schlangen an den Essensausgaben, und die Zahl der ankommenden Menschen in den Hallen wachse ständig.
Halbinsel Cap-Ferret vollständig evakuiert
Die bei Urlaubern beliebte Halbinsel Cap-Ferret wurde bereits vollständig evakuiert. Rund 44.000 Einwohner und Urlauber verließen das Gebiet über die einzige Straße in Richtung Bordeaux oder mit Booten über das Becken von Arcachon. Etwa 40 der 1.000 Feuerwehrleute, die gegen den Brand bei Cap-Ferret kämpften, wurden nach Angaben der Behörden verletzt.
Das Feuer könnte laut Staatsanwaltschaft durch eine bei Arbeiten an einer Hochspannungsleitung eingesetzte Freischneidemaschine ausgelöst worden sein, deren Nutzung zu diesem Zeitpunkt noch erlaubt war.
Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im Département Var und auf der Insel Korsika, kämpfen Feuerwehrleute gegen Brände.
Spanien ruft nationalen Notstand aus
In Spanien verschärfte sich die Lage rund um die Hauptstadt Madrid. Das dortige Großfeuer sei "auf seinem Höhepunkt" und derzeit "nicht zu löschen", sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der Regionalregierung, Novillo. Rund um Madrid sind inzwischen mehr als 63.000 Menschen von den Brandschutzmaßnahmen betroffen: Sie wurden entweder in Sicherheit gebracht oder aufgefordert, in den Gebäuden zu bleiben.
Starke Winde erwartet
Die Regierung rief den nationalen Notstand aus. Das Innenministerium in Madrid begründet den Schritt damit, dass gleich mehrere große Brände außer Kontrolle sind und dazu die Wetterlage die Feuer begünstige. Nach neuen Angaben des Ministeriums erschweren Winde mit Böen von bis zu 60 Kilometern pro Stunde die Löscharbeiten. Durch die Ausrufung des Notstands kann der Staat mehr Geld bereitstellen, und das Militär übernimmt die Einsatzleitung.
Spaniens Ministerpräsident Sánchez will heute gemeinsam mit Innenminister Grande-Marlaska das Einsatzzentrum in Cenicientos bei Madrid besuchen und dort an einer Krisensitzung teilnehmen. Sánchez hatte von einer "dramatischen Situation" in mehreren spanischen Provinzen und in Nachbarländern gesprochen.
Auch in Italien kämpften Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Brände. Besonders betroffen waren Sizilien und Kalabrien. Allein auf Sizilien wurden Dutzende Feuer gemeldet.
EU unterstützt Löscharbeiten
Die EU-Kommission erklärte in Brüssel, dass vier Canadair-Flugzeuge nach Spanien entsandt werden und drei nach Frankreich. Beide Länder würden zudem mit Satellitenbildern des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus versorgt, um die Löscharbeiten vor Ort zu unterstützen. Bundeskanzler Merz erklärte, Deutschland sei bereit, Frankreich im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzmechanismus zu unterstützen.
Waldbrände an der Atlantikküste –
Lage in Frankreich bleibt dramatisch
Diese Nachricht wurde am 25.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.







