
Im Département Gironde mit Bordeaux in der Mitte liegt die Zahl der wegen der Feuer evakuierten Menschen inzwischen bei weit mehr als 200.000, wie die Nachrichtenagentur AFP schreibt. Es ist damit eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte Frankreichs. Tausende Menschen harren derzeit in Messe- und Sporthallen aus.
Touristen per Boot evakuiert
In Sicherheit gebracht wurden auch viele Urlauber aus der bei Touristen beliebten Küstenregion rund um das Bassin d'Arcachon. Schiffe wurden eingesetzt, um sie unter anderem von der Halbinsel Cap Ferret in Sicherheit zu bringen. Nach Angaben der Präfektur Gironde hat der seit Mittwoch wütende Großbrand inzwischen mehr als 19.000 Hektar Fläche erfasst. Etwa 100 Gebäude wurden zerstört. Der beißende Rauchgeruch ist mittlerweile bis in die Stadt Bordeaux vorgedrungen.
Auch in anderen Regionen Frankreichs kämpfen Feuerwehrleute weiter gegen Feuer, so etwa im Département Var im Südosten des Landes und auf der Insel Korsika. Die Regierung verstärkte die Hilfe durch die Armee und verdoppelte die Zahl der Soldaten, die die Feuerwehr bei den Löscharbeiten unterstützen, auf 1.000.
Hilfsangebote aus Deutschland
Bundeskanzler Merz nannte die Waldbrände in Frankreich verheerend. Er stehe in engem Kontakt mit Präsident Macron, schrieb Merz auf der Online-Plattform X. Deutschland schicke Hilfe. Hubschrauber, ein A400-Flugzeug und Helfer machten sich auf den Weg.
Baden-Württemberg bot Frankreich Hilfe bei der Bekämpfung eines Waldbrandes in der benachbarten französischen Region Grand Est an. Der baden-württembergische Innenminister Hagel erklärte, sein Bundesland könne etwa die Entsendung zweier Polizeihubschrauber mit Außenlastbehältern für große Wassermengen zu Verfügung stellen.
Weiteres Todesopfer in Spanien
In Spanien haben sich südwestlich von Madrid zwei Brände zu einem Großfeuer vereinigt, das sich wiederum mit einem weiteren Waldbrand in der benachbarten Region Kastilien und León verbinden könnte. Auch der landesweit größte Brand in der Provinz Guadalajara nordöstlich von Madrid lodert weiter. Dort vernichteten die Flammen bislang etwa 32.000 Hektar Land. Zehntausende Menschen mussten in Spanien bereits ihre Häuser verlassen. Bei einem Brand unweit der Stadt Valencia im Osten des Landes kam ein Mensch ums Leben. Dies teilte die Verwaltung des Ortes Manises auf X mit.
Nach Angaben von Wissenschaftlern erhöhen die durch den menschengemachten Klimawandel häufigeren und intensiveren Hitzewellen das Risiko von Waldbränden. Dürre und außergewöhnliche Hitze haben die Vegetation in weiten Teilen Südeuropas stark ausgetrocknet und erschweren die Löscharbeiten.
Diese Nachricht wurde am 26.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
