Müritz-Nationalpark
Waldbrand breitet sich aus - Explosion von Altmunition

Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark hat sich weiter ausgedehnt. Mittlerweile stehe eine Fläche von rund 270 Hektar in Flammen, teilte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit - das entspricht fast 400 Fußballfeldern. Etwa 370 Einsatzkräfte versuchen, das Feuer einzudämmen.

    Mecklenburg-Vorpommern, Kratzeburg: Rauchsäulen stehen über einer brennenden Waldfläche.
    Der Großbrand im Müritz-Nationalpark breitet sich weiter aus. (Marcus Mohnfeld/Landkreis Meckle/dpa)
    Am Vormittag sollen Einsatzkräfte und Löschfahrzeuge aus Bayern zur Unterstützung eintreffen. Weil der frühere Truppenübungsplatz mit Alt-Munition belastet ist, kann die Feuerwehr nicht direkt an den Brand heran. Sie versucht stattdessen, das Feuer von außen einzudämmen - etwa mit Kreisregnern, die sonst zur Bewässerung genutzt werden. Die Einsatzkräfte aus Bayern bringen nicht nur solche Wassersprenger mit, sondern auch einen Schlauchwagen mit insgesamt 2.000 Meter langen Schläuchen. Landesumweltminister Backhaus, SPD, will sich heute vor Ort ein Bild von der Lage machen.

    Evakuierung von zwei Ortschaften

    Zuletzt bewegte sich das Feuer nach Angaben eines Landkreissprechers weiter in Richtung der Ortschaft Granzin. Zwischen Waldgrenze und Siedlung gebe es einen Acker, der mehrfach umgepflügt worden sei, um brennbares Material unter die Erde zu bekommen. Außerdem seien auch dort Kreisregner aufgebaut worden. Die bereits am Dienstagabend angeordnete Evakuierung der Orte Granzin und Granziner Mühle bleibe bestehen, betonten die Behörden. Granzin hat laut Website der Gemeinde Kratzeburg etwas mehr als 100 Einwohner.

    Große Flächen munitionsbelastet

    In Mecklenburg-Vorpommern lagern im Boden noch immer große Mengen Altmunition. Während in größeren Städten vor allem Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden, handelt es sich in den dünn besiedelten und waldreichen Gebieten eher um Munition, die über viele Jahrzehnte für militärische Manöver und Schießübungen genutzt wurde. Unter anderem in und um Neustrelitz waren ab 1945 rund 20.000 Soldaten der Roten Armee stationiert. Die Munition in den Wäldern stammt aber teils auch von der deutschen Wehrmacht, die sich 1945 auf der Flucht vor der sowjetischen Armee ihrer Waffen und Munition entledigte. Laut Innenministerium gelten rund 10.000 Hektar Wald als hochgradig belastet.
    Das Feuer im Müritz-Nationalpark war am Montag ausgebrochen. Die Ursache ist unklar.
    Diese Nachricht wurde am 16.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.