
Dazu gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und das Kosovo. Kroatien trat bereits 2013 der EU bei. Den strategischen Rahmen für den Beitritt der Westbalkanländer bildet der Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess der EU seit 1999. Er sollte für eine schrittweise Annäherung der Länder an die Europäische Union sorgen. In vielen Ländern sorgen aber innenpolitische Spannungen oder Konflikte untereinander für Verzögerungen der Verhandlungen oder der Beitrittsbestrebungen.
Möglicher EU-Beitritt der Westbalkanländer: der aktuelle Stand
In einigen der Länder laufen die Beitrittsverhandlungen schon seit einigen Jahren. In Montenegro etwa begannen sie 2012. Ins Stocken geriet der Prozess durch politische Unruhen und Instabilität im Land. Montenegro kam einem EU-Beitritt zuletzt jedoch einen großen Schritt näher: Die Botschafter der Mitgliedstaaten beschlossen im April, eine Arbeitsgruppe für den Entwurf eines Beitrittsvertrags einzurichten. Es handele sich um einen technischen, aber entscheidenden Schritt auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft, erklärte ein Vertreter. Ratspräsident Costa sprach von einem "Meilenstein".
Nordmazedonien wurde bereits 2005 der Status des Bewerberlandes zuerkannt, die Verhandlungen des damaligen Mazedoniens wurden allerdings wegen einer Auseinandersetzung mit Griechenland aufgrund der Namensbezeichnung lange nicht aufgenommen. Der Streit wurde durch das im Februar 2019 in Kraft getretene Prespa-Abkommen über den neuen Namen des Landes (Nordmazedonien) beigelegt. Aus verschiedenen Gründen gibt es allerdings seit Jahren Verzögerungen bei Albaniens Beitrittsverhandlungen. Diese laufen seit 2022.
Die EU-Staaten haben im Jahr 2024 Beitrittsverhandlungen mit Bosnien-Herzegowina beschlossen. Das Land hat aber ebenfalls mit innenpolitischen Schwierigkeiten zu tun, die auf die ethnischen Unterschiede der Bevölkerung und auch auf den Bosnienkrieg in den 1990er-Jahren zurückgehen. Erste Bestrebungen für einen EU-Beitritt kamen bereits vor einigen Jahren zum Erliegen, in erster Linie weil das Land ein wichtiges Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte nicht umgesetzt hatte.
Zwischen Serbien und dem Kosovo will die EU eigentlich einen Dialog fördern, der in ein rechtsverbindliches Abkommen zwischen beiden Ländern mündet. Konflikte zwischen den Ländern gehen teils Jahrhunderte zurück. Aktuell stagniert der Dialog, deshalb gibt es auch beim Thema EU-Beitritt wenig Fortschritte. Wegen der politischen Instabilität im Land droht das Kosovo aktuell außerdem, EU-Fördergelder zu verlieren.
Diese Nachricht wurde am 21.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
