Friedensschluss
Was im Rahmenabkommen der USA und des Irans steht

Drei Tage, nachdem sich die USA und der Iran auf eine Rahmenvereinbarung verständigt haben, haben mehrere Medien Details des inzwischen unterzeichneten Memorandums veröffentlicht. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter bestätigte die Angaben. Vorgesehen sind demnach große Zugeständnisse der USA an das Regime in Teheran. Ein Überblick.

    Wandbild an der früheren US-Botschaft in Teheran zeigt die Freiheitsstatue mit abgeschlagenem Arm. Davor geht eine Frau spazieren.
    Wie kann der Krieg zwischen den USA und dem Iran beendet werden? (picture alliance / AP Photo / Vahid Salemi / Vahid Salemi)

    Ende der Kampfhandlungen

    In der Vereinbarung ist den Berichten zufolge das sofortige und dauerhafte Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten vereinbart - das beinhaltet explizit auch den Libanon. Beide Seiten verpflichten sich demnach, die territoriale Integrität der jeweils anderen Seite zu achten. Nach Abschluss des endgültigen Abkommens - spätestens innerhalb der nächsten 60 Tage - sollen alle US-Truppen aus den umliegenden Gebieten abgezogen werden.

    Straße von Hormus

    Wie Bloomberg und Al-Arabija berichten, haben sich die USA verpflichtet, ihre Blockade der Straße von Hormus aufzuheben und den Schiffsverkehr innerhalb von maximal 30 Tagen in vollem Umfang wiederherzustellen. Auch der Iran ist demnach bereit, den freien Verkehr von Handelsschiffen vom Persischen Golf zum Golf von Oman zuzulassen. So solle innerhalb von 30 Tagen wieder das Vorkriegsniveau erreicht werden.
    Mehrere iranische Öltanker haben bereits das bislang von der US-Marine blockierte Seegebiet am Persischen Golf verlassen. Das teilte die Webseite "TankerTrackers" mit, die Schiffsdaten veröffentlicht und über den Transport von Erdöl informiert. Es seien die ersten Rohölexporte des Iran seit zwei Monaten, hieß es.

    Aufhebung aller Sanktionen

    Die USA verpflichten sich laut Bloomberg und Al-Arabija, sämtliche Sanktionen gegen den Iran aufzuheben. Neben einseitigen US-Sanktionen sind auch Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats und des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde betroffen. Die Aufhebung solle schrittweise nach einem noch zu vereinbarenden Zeitplan umgesetzt werden. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, haben die USA dem Iran bereits den sofortigen Verkauf von Öl und Kraftstoffen erlaubt. Die Regelung soll auch Dienstleistungen in den Bereichen Banken, Transport und Versicherungen umfassen, um die Abwicklung der Geschäfte zu vereinfachen. Zudem sollen eingefrorene Vermögenswerte Irans freigegeben werden.

    300 Milliarden Dollar Wiederaufbauhilfe

    Im Rahmen des geplanten Abkommens ist den Berichten zufolge ein privater Investitionsfonds von 300 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau des Irans vorgesehen. Mehr als die Hälfte dieser Summe sei bereits zugesagt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Bei dem geplanten "Fonds für Wiederaufbau und Entwicklung" handelt es ​sich dem Insider zufolge um ein privates Investitionsinstrument ohne staatliche Gelder oder Zuschüsse. Zusagen lägen von Unternehmen aus den USA, den Golfstaaten, Asien, ​Südamerika und Afrika vor, hieß es. Die Führung in ‌Teheran ‌hatte iranischen Regierungskreisen zufolge ursprünglich 400 Milliarden Dollar an Kriegsentschädigungen ​von den USA gefordert, was Washington jedoch ablehnte.

    Verzicht auf Atomwaffen

    Mit Blick auf das iranische Atomprogramm bekräftigt Iran erneut, dass das Land nicht anstrebt, Atomwaffen herzustellen und zu besitzen. Iran werde den Status quo seines Atomprogramms beibehalten. Der Verbleib des angereicherten Materials sollen in dem endgültigen Abkommen "angemessen geregelt" werden.
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    Diese Nachricht wurde am 18.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.