
Diese Unsicherheit ist nach Überzeugung der Autoren der Studie ein wichtiger Grund dafür, dass 18- bis 29-Jährige seltener wählen gehen als ältere Menschen. Bei der Bundestagswahl 2025 gaben nach Angaben der Stiftung rund 79 Prozent von ihnen ihre Stimme ab, in der Gesamtbevölkerung lag die Wahlbeteiligung bei knapp 83 Prozent.
Vier zentrale Hindernisse
Die Studie nennt vier Hauptgründe: den Zugang zur Wahl, fehlendes Wissen über das Wahlsystem, mangelnde Motivation sowie Zweifel daran, ob die eigene Stimme Wirkung hat. Die Autoren beklagen, dass junge Menschen zu oft mit diesen Problemen allein gelassen werden.
Als Ausweg schlagen sie ein Bündel von Maßnahmen vor: Wahlämter könnten - ähnlich wie es in Schweden praktiziert wird - Erinnerungs-SMS schicken. Im Schulunterricht könnten mehr politische Bildung und Wahlsimulationen zu einem besseren Verstehen des Wahlsystems beitragen. Auch eine Absenkung des Wahlalters ist nach Ansicht der Autoren ein gutes Mittel dafür, dass sich Wählen bei jungen Menschen früher als bisher zur Gewohnheit entwickelt.
Soziale Netzwerke als Chance und Risiko
Soziale Netzwerke spielen laut Studie ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie machten politische Themen für junge Menschen sichtbarer und könnten Interesse wecken - zugleich könne die ständige Präsenz politischer Debatten aber auch überfordern und zu Rückzug führen.
Für die Untersuchung mit dem Titel "Hürdenlauf zur Wahlurne" werteten die Forscher Daten einer großen Wahlstudie aus dem Jahr 2024 mit knapp 10.000 Befragten aus, darunter rund 1.700 junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren. Zusätzlich diskutierten sie im vergangenen Jahr in mehreren Gesprächsrunden mit jungen Erwachsenen über ihre Erfahrungen, Fragen und Zweifel rund ums Wählen.
Diese Nachricht wurde am 24.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
