
Das kompakte Knäuel von Knochenresten wurde zunächst für versteinerten Kot gehalten. Untersuchungen zeigten jedoch, dass es sich um unverdauliche Nahrungsreste handelt, die ein Raubtier nach dem Fressen wieder ausgewürgt hatte. Solche Funde sind den Forschenden zufolge extrem selten, vor allem an Land. Das Fossil stammt aus einer Zeit, lange bevor Dinosaurier die Erde beherrschten.
CT macht Knochen dreidimensional sichtbar
Mithilfe der Computertomographie konnten die Experten die Knochen dreidimensional sichtbar machen und einzelnen Tierarten zuordnen. Das Raubtier hatte demnach mindestens drei verschiedene Wirbeltiere unterschiedlicher Arten gefressen, darunter zwei kleinere Landtiere sowie ein deutlich größeres, pflanzenfressendes Tier.
Als mögliche Jäger kommen den Forschern zufolge nur zwei große Räuber in Frage, die vor rund 290 Millionen Jahren im heutigen Thüringen lebten - Dimetrodon, bekannt für sein auffälliges Rückensegel, und Tambacarnifex, ein ebenfalls fleischfressender früher Verwandter der Säugetiere.
Der Bromacker im Thüringer Wald ist eine der weltweit bedeutendsten Fossilfundstellen für frühe Landwirbeltiere und ihren Lebensraum. Ein internationales Forschungsteam gräbt dort seit 2020 regelmäßig. Die außergewöhnlich gut erhaltenen Fossilien ermöglichen Rückschlüsse auf die Evolution von Ursauriern, Insekten, Tausendfüßern, Urzeitkrebsen und Pflanzen.
Diese Nachricht wurde am 30.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
