
Weitere Passanten wurden verletzt, mindestens drei davon schwer. Die genaue Anzahl der Verletzten war jedoch auch am Dienstagmorgen noch unklar. Viele Leute hätten den Ort selbstständig verlassen und sich zum Arzt begeben, sagte ein Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur.
33-Jähriger wird einem Haftrichter vorgeführt
Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte am Montagabend, bei dem Fahrer handle es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Einzeltäter. Der Mann, ein 33-jähriger Deutscher, wurde unmittelbar nach der Tat von der Polizei festgenommen. Er soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Nach dpa-Informationen war der Mann schon vor der Tat polizeibekannt, allerdings nicht einschlägig.
Die Ermittler gehen derzeit nicht von einem politischen oder religiösen Motiv aus. Die ermittelnde Oberstaatsanwältin sagte, man gehe von einem Mann aus, der in einer psychischen Ausnahmesituation war, wie Deutschlandfunk-Landeskorrespondent Alexander Moritz berichtet. Der MDR hatte von Hinweisen berichtet, dass der Täter psychisch erkrankt und möglicherweise erst vor Kurzem aus der Psychiatrie entlassen worden sei.
Die Lokalzeitung Leipziger Volkszeitung berichtet, der Mann sei Amateurboxer und bis Januar ehrenamtlicher Trainer in einem Leipziger Boxclub gewesen. Das sei aber bisher nicht bestätigt, betont Landeskorrespondent Moritz.
Amokfahrer von Leipzig: noch im Auto festgenommen worden
Der Autofahrer war in der Leipziger Innenstadt mit seinem Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Der Täter sei von der Polizei noch im Auto "dingfest gemacht" worden, so die Polizei. Der Mann habe sich widerstandslos festnehmen lassen. Er sei in Deutschland geboren und in der Region Leipzig wohnhaft.
Grimmaische Straße in Leipzig bleibt zunächst gesperrt
Der Vorfall ereignete sich Montagnachmittag in der Grimmaischen Straße. Sie führt vom zentralen Augustusplatz in die Leipziger Fußgängerzone. In der Nähe befindet sich die Universität sowie die Nikolaikirche Leipzig, ein zentraler Ort der Friedlichen Revolution.
Die Grimmaische Straße und der Marktplatz bleiben noch bis zum späten Dienstagnachmittag gesperrt, weil die Polizei dort Spuren sichert und weiter ermittelt, wie ein Sprecher mitteilte.
Ökumenische Gedenkandacht in Leipzig geplant
Die Stadt Leipzig sei weiterhin in einer Art Schockzustand, berichtet Landeskorrespondent Alexander Moritz in unserem Programm: "Viele Menschen waren in der Innenstadt oder kannten Menschen, die dort waren".
In der Leipziger Nikolaikirche und Thomaskirche kann heute der Opfer gedacht werden. Um 17 Uhr ist eine ökumenische Gedenkandacht in der Nikolaikirche geplant. Zudem gibt es in beiden Kirchen Raum zum Trauern, für Gespräche, Seelsorge und um Kerzen anzuzünden. Sie sollen den ganzen Tag geöffnet sein.
Sachsens Ministerpräsident Kretschmer betonte, er sei in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Man werde alles daransetzen, die Tat schnell und vollständig aufzuklären. Leipzigs Oberbürgermeister Jung sagte, die Tat sei kaum zu ertragen.
Polizei bittet um Hinweise
Die Polizei sucht nach der mutmaßlichen Amokfahrt in Leipzig Zeugen. Hinweise werden unter der Nummer +49 341 966 46666 angenommen. Das Landeskriminalamt Sachsen hat zudem ein Hinweisportal eingerichtet.
Diese Nachricht wurde am 05.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
