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StartseiteForschung aktuellWasserglas dichtet Leck in Fukushima ab06.04.2011

Wasserglas dichtet Leck in Fukushima ab

Gelpfropfen blockiert teilweise das Auslaufen des Wassers

Im schwer beschädigten Kernkraftwerk in Fukushima ist es Ingenieuren nach einigen Fehlversuchen gelungen, ein Leck mit der Chemikalie Wasserglas abzudichten. Früher legte man in diese Flüssigkeit Eier ein. Jetzt funktioniert der Stoff als Gelpfropfen.

Arndt Reuning im Gespräch mit Ulrich Blumenthal

Arbeiter im Reaktor im japanischen AKW in Fukushima am 2.4.2011. (picture alliance / dpa)
Arbeiter im Reaktor im japanischen AKW in Fukushima am 2.4.2011. (picture alliance / dpa)
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Die Chemikalie Wasserglas, die das Leck abdichtet, ist ein wasserlösliches Silikat. Normalerweise ist das ein Flüssigkeit, die sich etwas ölig anfühlt. Das hat man früher mal benutzt, um Eier einzulegen, um sie haltbar zu machen. Heutzutage wird es ganz vielfältig genutzt, zum Beispiel um Oberflächen zu beschichten über einen sogenanntes Sol-Gel-Prozess. Man kann dieses Silikat in der Lösung nämlich chemisch vernetzen. Und dabei bildet sich dann ein Gel. Sozusagen ein anorganischer, gequollener Kunststoff.

Im Rohr sitzt dann also ein Gelpfropfen, der dem Wasser zumindest teilweise den Weg blockiert. Solch ein Gel enthält ja immer noch eine ganze Menge Wasser und ist auch durchlässig für Wasser. "Ich denke, eine Dauerlösung kann das auf gar keinen Fall sein", sagt Wissenschaftsjournalist Arndt Reuning.

Das Leck hatte man erst am Wochenende entdeckt, es war sozusagen ein Nebenschauplatz. "Nun kann man sich wieder den wirklich wichtigen Problemen widmen. Also: Wie können die Japaner eine ordentliche Kühlung der Reaktorkammern wiederherstellen. Und wie gehen sie mit den überhitzen Brennstäben um, die ja auch noch in den Abklingbecken lagern", fasst Reuning die Situation zusammen.

Um Explosionen in den Reaktorblöcken zu verhindern, soll Stickstoff eingeleitet werden. Hintergrund: Man befürchtet noch immer, dass dort Wasserstoff entsteht. Aus der Reaktion von Kühlwasser mit den heißen Brennelementhüllen aus Zirkonium. Zusammen mit dem Sauerstoff aus der Luft entsteht dann hochexplosives Knallgas. Das Stickstoff-Gas, das ja nicht brennt, soll nun also das Knallgas verdrängen.

Den vollständigen Beitrag können Sie mindestens bis zum 6. September 2011 in unserem Audio-on-Demand-Player hören.

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