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Wasserschlange, Jungfrau, Bärin

Im rheinischen Karneval haben heute traditionell die Damen das Regiment übernommen. Da zieht auch der Himmel mit, zumindest ein wenig. Zwar sind Frauen unter den achtundachtzig Sternbildern deutlich unterrepräsentiert, doch dafür sind die größten und einige der schönsten Himmelsfiguren weiblich.

Von Dirk Lorenzen |
    Nach Einbruch der Dunkelheit stehen am Westhimmel die Kette der Andromeda und etwas rechts davon ihre Mutter Cassiopeia. Sie schwang einst als Königin Äthiopiens das Zepter - ihr Mann Kepheus hatte nicht nur an Weiberfastnacht nichts zu sagen.

    Die Andromeda ist so besonders, weil sie unsere berühmte Nachbargalaxie beheimatet, das fernste mit bloßem Auge sichtbare Himmelsobjekt.

    Im Laufe der Nacht kriecht die Wasserschlange über den Südhimmel. Dieses Sternbild ist zwar etwas unscheinbar, aber es ist das größte am gesamten Firmament.

    Schließlich ist das berühmteste Sternbild weiblich - auch wenn das kaum jemand weiß. Der Große Bär ist tatsächlich Ursa Maior, also die Große Bärin.

    Nach der griechischen Mythologie ist dies Kallisto, eine Gefährtin der Jagdgöttin Artemis. Zeus' Gattin Hera hatte sie in eine Bärin verwandelt, weil sie erzürnt darüber war, dass Kallisto Zeus ein Kind geboren hatte.

    Als Kallistos Sohn, der seine Mutter nicht erkannte, sie bei der Jagd töten wollte, setzte Zeus die Große Bärin im letzten Moment an den Himmel. Sie ist das drittgrößte Sternbild am Firmament.

    Auch die Nummer zwei in der Größenliste ist eine Dame: die Jungfrau. Sie zeigt sich ab Mitternacht im Südosten und wird bis zum Frühsommer den Nachthimmel schmücken.

    Informationen rund um das Sternbild Jungfrau

    Die Wasserschlange, größtes Sternbild am Himmel

    Zum mythologischen Hintergrund der Großen Bärin