Sonntag, 25.10.2020
 
Seit 18:10 Uhr Informationen am Abend
Startseite@mediasres"Kern des öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrags"29.09.2020

WDR - "Zeitzeichen" und "Stichtag""Kern des öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrags"

Günther Jauch, Kai Diekmann oder Alice Schwarzer - es ist sind etliche prominente Namen, die unter einem offenen Brief an den WDR stehen. Die rund 100 Unterzeichner stellen sich darin hinter die Geschichtsformate im WDR Hörfunk - denn die sollen teilweise gestrichen werden.

Horst Kläuser im Gespräch mit Brigitte Baetz

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Ein Fahrzeug des Westdeutschen Rundfunks (WDR) steht vor dem Funkhaus. (dpa/ Oliver Berg)
Der WDR steht wegen geplanter Veränderungen bei seinen Geschichtsformaten in der Kritik (dpa/ Oliver Berg)
Mehr zum Thema

Satire-Lied des WDR Wenn der "Hühnerstall" zum Politikum wird

Debatte um WDR-Lied "Umweltsau" "Ein Witz wird zum Kulturkampf"

WDR Ein Streik mit hörbaren Auswirkungen

Warnstreik beim WDR Aufzeichnung statt Live-Sendung beim "Morgenmagazin"

Der Jahrestag des Mauerfalls, die Erinnerung an Weltmeistertitel im Fußball oder Geburtstage von bekannten Persönlichkeiten. Täglich werden in den Hörfunkprogrammen des WDR die Geschichtsformate "Stichtag" und "Zeitzeichen" gesendet, mit denen an besondere historische Ereignisse erinnert wird.

Nach Plänen der WDR-Geschäftsführung soll nun jedoch auch in diesem Bereich umstrukturiert und gespart werden, so dass der "Stichtag" auf WDR 2 wegfällt. Stattdessen soll es in Kooperation mit anderen ARD-Anstalten ein neues Format geben.

Mehr als 100 Prominente aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Medien stellten sich nun hinter die Geschichtsformate im WDR. Neben Journalist Kai Diekmann, Kabarettist Wilfried Schmickler, Schauspieler Joachim Król oder Moderator Günther Jauch haben auch etliche aktuelle und ehemalige Mitarbeiter des WDR einen offenen Brief, der u.a. im Kölner Stadtanzeiger erschienen ist, unterzeichnet.

Geschichtsvergessenheit entgegenwirken

Von WDR-Intendant Tom Buhrow und der Programmdirektorin für Wissen und Kultur, Valerie Weber, fordern sie, dass die beiden Formate als "Leuchttürme des öffentlich-rechtlichen Radios" erhalten bleiben. In Zeiten von Fake News, Verschwörungsfantasien und wachsender Demokratieverachtung wirkten sie der gefährlichen Geschichtsvergessenheit entgegen.

Mit-Initiator Horst Kläuser sagte im Deutschlandfunk, es gebe eine etablierte Arbeitsweise und eine Redaktion, in der die Formate entwickelt wurden. "Warum soll man so was aufgeben. Ich denke, das ist der Kern im Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks." Der frühere ARD-Korrespondent betonte, man erfahre beiläufig Geschichten und Geschichte.

"Zeitzeichen" steht nicht zur Disposition

Der WDR wies in einer Pressemitteilung darauf hin, dass auch in Zukunft das lange Geschichtsformat "Zeitzeichen" realisiert werde: "Entgegen anderslautender Behauptungen stand das "Zeitzeichen" nicht zur Disposition und bleibt fester Bestandteil des WDR-Audioangebots." Beim kürzeren historischen Rückblick "Stichtag" setze man künftig auf eine Kooperation mehrerer Landesrundfunkanstalten.

Horst Kläuser hofft, dass der Rundfunkrat, der am Mittwoch berät, die Pläne des Senders noch ausbremsen könnte: "Oft werden ja die Vorschläge der Geschäftsleitung durchgewinkt. Unser Ziel ist, dass wir ein paar Mitglieder des Programmausschusses im Rundfunkrats wachrütteln konnten."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk