
Außerdem würden drei Flugzeuge zur Luftüberwachung sowie Drohnen eingesetzt und Patrouillen in den Zügen auf der französisch-spanischen Bahnstrecke verstärkt.
Derweil setzt Italien das Schengen-Abkommen mit Spanien für zunächst einen Monat aus. Innenminister Tajani erklärte, dieser Schritt sei notwendig, um die Sicherheit der italienischen Bürger zu gewährleisten und die europäischen Grenzen zu schützen. Italien hat keine Landgrenze mit Spanien. Die Maßnahme dürfte daher neue Grenzkontrollen für Reisende bedeuten, die mit dem Flugzeug oder Schiff unterwegs sind. Kritiker der rechtsgerichteten Regierung in Rom werteten dies als Symbolpolitik.
Zuvor hatte Ministerpräsidentin Meloni bereits einen vorübergehenden Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum gefordert. Die finnische Innenministerin Rantanen unterstützte Melonis Vorstoß. Sie begründete dies auf X damit, dass Madrid bei der Kontrolle seiner Außengrenzen versagt habe. Ähnlich äußerten sich die Regierungen Dänemarks und Tschechiens. Österreichs Bundeskanzler Stocker kritisierte, Spaniens Migrationspolitik habe sich gar als "Anreiz für illegale Migration" erwiesen.
Sánchez kontert Kritik
Derweil mahnte Spaniens Ministerpräsident Sánchez zur Achtung der europäischen Verträge: "Solidarität und Mitgefühl sind freiwillig. Die Achtung der europäischen Verträge und der Datenlage ist es nicht", schrieb Sánchez auf der Plattform X. Es sei an der Zeit, an einem starken und geeinten Europa weiterzubauen - und Europa nicht zu spalten. Sánchez verwies auf Daten der EU-Grenzschutzbehörde Frontex, denen zufolge Spanien nicht der wichtigste Zugang für irreguläre Migration in die EU ist und seit 2021 deutlich niedrigere Zahlen aufweist als etwa die Mittelmeerroute über Italien, die Westbalkanroute und die Route über Griechenland. Nach Darstellung Madrids kehrten inzwischen über 48.000 Menschen wieder nach Marokko zurück.
Debatte auch in Deutschland
In Berlin kündigte Bundesinnenminister Dobrindt an, dass die Kontrollen an den deutschen Grenzen über September hinaus verlängert werden sollen. Der CSU-Politiker begründete dies ebenfalls mit der Situation in Ceuta. Dobrindt betonte, "unsere Erfolge beim Zurückdrängen der illegalen Migration müssen erhalten und weiter ausgebaut werden." Die Lage in Ceuta zeige, wie hoch der "Migrationsdruck" auf Europa weiterhin sei. Bundeskanzler Merz forderte Spanien auf, die Situation schnellstmöglich in den Griff zu bekommen und die Außengrenzen zu schützen. Von Marokko verlangte Merz, unerlaubt eingereiste Personen unverzüglich wieder zurückzunehmen.
Die AfD-Vorsitzende Weidel forderte, es müsse sichergestellt werden, dass die Migranten von Ceuta aus niemals den europäischen Kontinent beträten. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Fiedler, sagte, seine Sorge sei nicht in erster Linie, dass die Menschen nach Deutschland weiterzögen. Er sehe eher das Risiko neuer Migrationsbewegungen, weil Schleuser den Eindruck vermittelten, dass eine bestimmte Route in die EU Erfolg verspreche. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Bünger, sagte, Deutschland und die EU stünden in der Pflicht, Schutzsuchende aufzunehmen.
Zehntausende sollen bereits zurückgekehrt sein
In den vergangenen Tagen haben rund 60.000 Menschen Ceuta von Marokko aus überwiegend schwimmend erreicht. 57 Menschen kamen bei dem Versuch ums Leben. Inzwischen sind nach Angaben aus Madrid bereits mehr als 48.000 der Migranten in ihre Heimat zurückgekehrt. Auslöser der jüngsten Entwicklung war offenbar eine Entscheidung des spanischen Obersten Gerichts, dass über das Meer eintreffende Migranten nicht ohne ordnungsgemäßes Verfahren zurückgeschickt werden dürfen.
Diese Nachricht wurde am 01.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
