Wintereinbruch
Regional- und Fernverkehr im Norden durch Sturmtief Elli gestört - Glatteisunfälle und schneefrei an Schulen

Der Wintersturm "Elli" hat Deutschland im Griff. Bei der Bahn, an Flughäfen und auf den Straßen gibt es vielerorts erhebliche Beeinträchtigungen. Schulen bleiben geschlossen. Bundesliga-Spiele in Hamburg und Bremen wurden abgesagt.

    Ein Rettungswagen weicht Schneeverwehungen aus.
    Schneeverwehungen werden zur Herausforderung für Autofahrer. (Lars Penning / dpa)
    Der Deutsche Wetterdienst warnt weiter vor Unwetter durch starke Schneeverwehungen in Teilen Norddeutschlands. Die amtliche Unwetterwarnung gilt bis Samstag früh für das Gebiet zwischen Ostfriesland, Elbe-Weser-Dreieck, Dithmarschen und Dänischer Grenze. Auf Helgoland treten bis heute Abend demnach orkanartige Böen aus Ost auf.
    Die Unwetterwarnung vor starkem Schneefall für Berlin und Brandenburg hob der DWD auf. Es werde in der Nordhälfte Brandenburgs und in Berlin deutlich weniger Schnee herunterkommen als vorhergesagt, sagte ein Sprecher. Auch Nordrhein-Westfalen bleibt nach aktueller Prognose vom Sturmtief weitgehend verschont. Die Experten warnen nur noch für das Sauerland sowie für Teile Ostwestfalens vor gefährlichem Schneefall. Trotzdem appellierte die Polizei an Autofahrer, überall vorsichtig zu fahren.

    Bahn mit Problemen im Norden

    Fahrgäste müssen sich wegen des Sturmtiefs "Elli" bis auf weiteres auf erhebliche Beeinträchtigungen im Fern- und Regionalverkehr der Bahn einstellen. Wie das Unternehmen mitteilte, fahren in Norddeutschland bis auf Weiteres keine Fernzüge. Erst morgen könne der Fernverkehr dort schrittweise wieder aufgenommen werden. Generell komme es zu Verspätungen und Zugausfällen. Betroffen sei der Fernverkehr bundesweit.
    Wer kann, solle seine Reise verschieben, hieß es weiter. Bereits gekaufte Tickets könnten auch zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.

    Bisher normaler Flugbetrieb in Frankfurt und am BER

    Das Winterwetter hat zunächst keine größeren Auswirkungen auf den Betrieb am Frankfurter Flughafen. Wie eine Sprecherin des Betreibers Fraport mitteilte, gibt es bisher keine Einschränkungen bei Starts und Landungen. Die Wetterlage werde im Tagesverlauf weiter sorgfältig beobachtet, vor allem mit Blick auf den Wind, sagte die Fraport-Sprecherin weiter. Auch am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) läuft der Flugverkehr bisher normal. In Hannover und Hamburg fielen zahlreiche Flugverbindungen aus.

    Glätte und Unfälle

    Von den Folgen des Winterwetters sind bundesweit auch viele Straßen betroffen. In etlichen Städten wurde der Busverkehr vorsichtshalber eingestellt. In Bayern haben Dutzende Unfälle für zahlreiche Polizeieinsätze gesorgt. Behinderungen gibt es auch auf mehreren Autobahnen: In Osthessen waren laut Polizeipräsidium drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert, die A7, die A4 und die A5. Grund sind nach Angaben eines Sprechers festgefahrene und querstehende Lastwagen. Bei Calw in Baden-Württemberg rutschte ein Linienbus einen Hang hinunter, dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht. 

    Fährverkehr teilweise eingestellt

    Der Fährverkehr an der niedersächsischen Nordseeküste ist weitgehend zum Stillstand gekommen. Mehrere Inseln sind derzeit nicht per Schiff erreichbar - darunter Langeoog, Spiekeroog, Norderney und Wangerooge. Problematisch ist vor allem der erwartete starke Ostwind. Er drückt das Wasser von der Küste weg, Fähren können dann nicht oder nur eingeschränkt fahren.

    Schneefrei für manche Schüler

    In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fällt der reguläre Schulbetrieb aus. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es teilweise Distanzunterricht und Notbetreuung für jüngere Kinder. Grund für die Schließungen ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren und eine sichere Anreise nicht gewährleistet werden kann. Aus dem Bildungsministerium von Schleswig-Holstein hieß es, man gehe davon aus, dass am Montag wieder regulärer Unterricht stattfinden werde.
    Auch in Regionen in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin fällt teils der Präsenzunterricht aus oder Eltern können ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen. Mancherorts sind auch Kitas und Kindergärten betroffen.

    Spiel-Absagen in der Fußball-Bundesliga

    "Elli" hat auch Folgen für die Fußball-Bundesliga. So teilte St. Pauli mit, dass das für morgen Nachmittag angesetzte Spiel gegen Leipzig abgesagt werden müsse. Auch die Partie Bremen gegen Hoffenheim findet nicht statt.

    Einschränkungen auch in Frankreich

    Das Sturmtief sorgt auch in Frankreich für Störungen. Ein französischer Energieversorger teilte mit, für rund 380.000 Haushalte sei der Strom ausgefallen. Der Atomreaktor im nordfranzösischen Flamanville wurde vom Netz genommen. Die externe Hochspannungsleitung sei unterbrochen. Der Reaktor soll zwei Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Für die Küste des Ärmelkanals wurde außerdem die höchste Unwetterwarnstufe ausgerufen und es kommt zu Einschränkungen im Bahnverkehr.
    Diese Nachricht wurde am 09.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.