"Interview der Woche"
Wehrbeauftragter Otte begrüßt Wehrdienst-Kompromiss

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Otte, begrüßt die Einigung der Regierungskoalition auf ein neues Wehrdienst-Gesetz. Der CDU-Politiker sagte im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks, durch die vorgesehene halbjährliche Berichtspflicht des Verteidigungsministeriums lasse sich gut überprüfen, ob das Prinzip der Freiwilligkeit funktioniere.

    Henning Otte (CDU), aufgenommen nach seiner Wahl als neuer Wehrbeauftragter des Bundestags. Er lächelt verhalten. Im Hintergrund ist unscharf der Bundesadler auf einer Glasscheibe zu erkennen.
    Seit 2025 Wehrbeauftragter: Henning Otte (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Inzwischen stehe auch die Bundesregierung klar hinter dem Auftrag, die Truppe zu verstärken. Deutschland müsse seine NATO-Verpflichtungen einhalten und den Heimatschutz nach vorne bringen. Nun gelte es, gemeinsam für den Dienst in der Bundeswehr zu werben, erklärte Otte. Sollten die Ziele so nicht erreicht werden, werde auch der verpflichtende Dienst noch einmal in den Blick genommen. Das Gesetz soll zum Jahreswechsel in Kraft treten. Erforderlich ist noch die Zustimmung des Bundestags.
    Derzeit dienen rund 180.000 Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr. Um die Verpflichtungen gegenüber der NATO zu erfüllen, wird eine Aufstockung auf 260.000 aktive Kräfte bis zum Jahr 2035 angestrebt.

    Hasselfeldt begrüßt Stärkung des Freiwilligendienstes

    Die Pläne der Koalition sehen auch eine Stärkung des Freiwilligendienstes um 15.000 weitere Stellen vor. Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Hasselfeldt, begrüßte diese Entscheidung. So könnten das gesellschaftliche Engagement und zugleich die Widerstandsfähigkeit gegen Krisen gestärkt werden, sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.
    Diese Nachricht wurde am 15.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.