Dienstag, 09. August 2022

Weihnachtsansprache
Bundespräsident ruft zu mehr Flüchtlingshilfe auf

Bundespräsident Joachim Gauck fordert von den Menschen in Deutschland mehr Offenheit und Toleranz gegenüber Flüchtlingen und Asylbewerbern. Zugleich würdigte er das Engagement von Ehrenamtlichen etwa bei der Flutkatastrophe im Sommer.

24.12.2013

    Bundespräsident Gauck steht während seiner Weihnachtsansprache 2013 im Schloss Bellevue vor einem geschmückten Weihnachtsbaum.
    Bundespräsident Joachim Gauck fordert mehr Offenheit für Flüchtlinge. (dpa picture alliance / Michael Kappeler)
    "Es gibt viele Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Krieg und Hunger, Verfolgung und Not", sagte Bundespräsident Joachim Gauck in seiner vorab verbreiteten Weihnachtsansprache. "Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, kommen nicht mit der Erwartung, hier in ein gemachtes Bett zu fallen. Sie wollen Verfolgung und Armut entfliehen und sie wollen Sinn in einem erfüllten Leben finden", sagte Gauck.
    "Flüchtlinge haben Sehnsucht nach dem besseren Leben"
    Auch die Vorfahren der Deutschen hätten Flucht und Vertreibung erfahren. "Im 19. Jahrhundert sind sie zu Millionen in die Neue Welt ausgewandert, und nach dem Zweiten Weltkrieg mussten Flüchtlinge und Vertriebene sich eine neue Heimat suchen", sagte Gauck. Seit Menschengedenken seien alle Flüchtlinge erfüllt von der Sehnsucht nach dem besseren Leben.
    Konkret ging Gauck auf Flüchtlinge in Syrien und aus Afrika ein, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollten. "Machen wir unser Herz nicht eng mit der Feststellung, dass wir nicht jeden, der kommt, in unserem Land aufnehmen können. Ich weiß ja, dass dieser Satz sehr, sehr richtig ist", erklärte der Bundespräsident in der Botschaft, die am ersten Weihnachtstag in ARD und ZDF ausgestrahlt wird. Zur Wahrheit gehöre jedoch auch, die Bilder der Verletzten und Verjagten zu berücksichtigen, mahnte Gauck und fragte: "Tun wir wirklich schon alles, was wir tun können?"
    Gauck erinnert an Helfer-Einsatz während der Flutkatastrophe im Sommer
    Der Bundespräsident bedankte sich in seiner Ansprache aber auch für die Arbeit von Ehrenamtlichen. Zum Beispiel erinnerte er an die Einsätze bei der Flutkatastrophe im Sommer, aber auch an das Engagement für Kultur, Sport oder Bürgerrechte. "Sie sind das große Geschenk für Deutschland", wandte sich das Staatsoberhaupt an die Ehrenamtlichen.
    Ausdrücklich erwähnte der frühere Pfarrer auch "Menschen anderer Religionen" und "Menschen, die ohne Glauben leben". Auch für sie stärke Weihnachten die Hoffnung und Sehnsucht danach, "in Frieden und Einklang mit unseren Mitmenschen leben zu können", so Gauck.

    Lesen Sie hier die Weihnachtsbotschaft von Bundespräsident Joachim Gauck im Wortlaut. Der Deutschlandfunk sendet die Ansprache am ersten Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember, ab 19.05 Uhr.