Kulturstaatsminister
Weimer ändert Auswahlverfahren beim Deutschen Verlangspreis

Nach dem Wirbel um den Deutschen Buchhandlungspreis hat Kulturstaatsminister Weimer das Auswahlverfahren bei einer anderen Auszeichnung verändert - dem Deutschen Verlagspreis. Die Auswahl der auszuzeichnenden Verlage werde Weimer selbst auf Grundlage der Empfehlungen der Jury treffen, hieß es in einer Mitteilung.

    Durch ein Regal mit Büchern hindurch wird auf Menschen vor einem weiteren Bücherregal geblickt, die sich Bücher anschauen.
    Der Verlagspreis wird auf der Buchmesse verliehen. (picture alliance / Chris Emil Janßen )
    Neu ist ein beratendes Gremium mit Fachleuten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Kurt-Wolff-Stiftung, an das sich die Jury wie auch Weimer als Beauftragter für Kultur und Medien wenden können. 
    Ein Sprecher Weimers erläuterte, dass dieser der Juryempfehlung grundsätzlich folgen werde. Nur in Ausnahmefällen könne er ein Veto einlegen, etwa wenn verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse zu Nominierten vorlägen. Das neue Beratungsgremium solle etwaige Streitfälle klären.
    Im Frühjahr hatte Weimer drei von einer Jury für den Buchhandlungspreis ausgewählte Buchläden wegen "verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse" von der Liste der Preisträger gestrichen. Die Entscheidung weckte Kritik, ebenso wie die Überprüfung der Nominierten durch den Verfassungsschutz.
    Der Deutsche Verlagspreis ehrt kleine, unabhängige Häuser mit besonders interessanten Programmen. Drei herausragende Verlage werden mit einem mit 50.000 Euro dotierten Gütesiegel ausgezeichnet. Bis zu 79 weitere Verlage können Preise von jeweils 18.000 Euro bekommen. Ein Nachhaltigkeitspreis und ein Innovationspreis sind mit je 24.000 Euro dotiert.
    Der Verlagspreis wird am 9. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.
    Diese Nachricht wurde am 10.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.